Grevenbroicher Gesamtschüler gestalten Graffiti als Kunst im Raum

Graffiti-Projekt : Vormals tristes Trafo-Haus ist jetzt bunt

Unterstützt vom Grünflächenamt, gesponsert vom Jugendförderverein und vom Können des Graffiti-Künstlers „ami-one“ begleitet, gestalteten zehn Schüler das alte Trafo-Haus an der Hans-Sachs-Straße um.

Was einst in backsteinfarbener Tristesse eher unbeachtet blieb, ist jetzt ein auffälliger Blickfang.  Ein „Hingucker“, sagt Damian Bautsch – so lautet bürgerliche Name des Künstlers.

Acht Wochen hat der Düsseldorfer zusammen mit zehn Schülern der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule aus den Jahrgangsstufen fünf und sechs gearbeitet.  „Kreativität ist wichtig, kommt im Unterricht oft zu kurz und fördert die Persönlichkeit“, sagt er. Schulsozialarbeiter Thomas Wiemann ergänzt:  „Es ist nicht bloß ein begonnenes Projekt, das dann irgendwie verläuft, sondern eine Aktion mit konkretem Ergebnis“, derlei Erfolgserlebnisse fehlten manchmal im Schulalltag. Und die Teilnehmer wie Joel und Yigithan (beide 11) sind begeistert: „Es hat vor allem Spaß gemacht, gelernt haben wir aber auch was“. Weiterhin kunstvoll zu sprayen, könnten sie sich ebenso wie Yasin und Mebruke (beide 12) vorstellen. Neben dem Schullogo sowie dem Namenszug der Schule in knalligem Pink fliegen auf dem frisch gestalteten Gemäuer nun in allen Farben des Regenbogens skizzierte Farbdosen, Außerirdische und andere Wesen aus fremden Dimensionen umher. „Das Thema haben wir spielerisch erarbeitet“, sagt „ami-one“, der immer dann, wenn „technische Grenzen bei den Kindern erreicht waren“ half.

Foto: Valeska von Dolega

Manches sei wie „malen nach Zahlen“ gewesen, aber auch das gehöre zum Lernprozess, denn der Umgang mit der Sprühdose will bis zum filigranen Feinschliff  bei der Umrandung einzelner Silhouetten gelernt sein.„Wir waren ein Pilotprojekt“, weiß Schulsozialarbeiterin Iken Vander. über die Initiative der Stadt. Sozialarbeiterin Hilde Seuring, an der Alten Feuerwache tätig, war nicht nur vom Pilotprojekt begeistert, sie mag auch das Resultat. Möglicherweise wird die Idee, schäbig ausschauende Fassaden mit künstlerischem Anspruch sowie einem Quäntchen Farbe und Frische zu gestalten, fortgeführt. „Wir haben das im Auge, aber noch nichts weiter geplant“, sagt Hilde Seuring. Diverse kleinere oder größere Flächen in bislang schnöder Beton-Optik könnten mit Graffiti aufgewertet werden. Beispielsweise entlang verschiedener Kitas. „Das wäre eine schöne Sache. Bislang aber haben wir mit niemandem gesprochen“, sagt sie über eventuelle Kontakte zum Gebäudemanagement.

Mehr von RP ONLINE