Grevenbroicher Firma Peter Tappermann lässt weltweit Wasser sprudeln

Unternehmer aus Grevenbroich: Peter Tappermann lässt Wüsten blühen

Vor 50 Jahren ließ Peter Tappermann seine Firma ins Handelsregister eintragen. Seither sorgte der Grevenbroicher mit seinem Unternehmen dafür, dass Anlagen für Trinkwasser oder zur Bergung ebenso wie Zierbrunnen sprudeln.

„Ich war ein einfacher, aber unglücklicher Kaufmann“, erinnert sich Peter Tappermann an seinen Berufsstart. „Die Ausbildung musste ich machen, weil meine Eltern das so wollten.“ Der inzwischen 78-Jährige bildete sich fort, und zwar in die Richtung, die ihn interessierte. Heute ist er quietschfidel und blickt auf eine Erfolgsstory zurück: Die von ihm gegründete Firma bringt Wasser in Form von Trinkwassergewinnungs- oder Meerwasserentsalzungsanlagen ebenso wie als prächtig anzusehende Fontänen in die ganze Welt.

„Wasser ist lebenswichtig“, sagt der Senior über sein Lieblingselement. Nicht überall auf der Welt sprudelt es so schön und üppig wie hier, also begann er als 27-jähriger Familienvater „ganz klein in einer Waschkammer“ einen Handel mit Trinkwasserpumpen. „Da wurde es aber schnell zu eng“, erinnert er sich an den Start in Glehn. Also erfolgte der Umzug nach Rubbelrath, „eigentlich hätte das ja für immer sein sollen“, allerdings ging es von dort über eine alte Saftfabrik in Orken zum endgültigen Sitz nach Hemmerden. Den unglaublichen Erfolg verdankte der findige Techniker seinem kaufmännischen Geschick und dem Mut zum Risiko, seine begehrten Wasserpumpen und -anlagen ins Ausland zu verkaufen.

Auch Zierbrunnen im Phantasialand wurden nach
Auch Zierbrunnen im Phantasialand wurden nach Peter Tappermanns Planungen realisiert. Foto: Valeska von Dolega
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„In Deutschland hätte man einem jungen Unternehmer wie mir niemals solche Chancen gegeben“, sagt er über millionenschwere Projekte, die er in Ländern wie Algerien oder Libyen sach-, fach- und termingerecht realisierte. Voller Elan und anekdotenreich geschmückt erinnert er sich an Begegnungen mit Wüstenscheichs und Stammesführern, die sich von seiner Firma – übrigens exakt vor 50 Jahren ins Handelsregister eingetragen – Wasseranlagen bauen ließen. Ins Gespräch kam er so jenseits der zu installierenden Pumpenanlage beispielsweise mit einem edlen Stammesführer, „der hinter einem Vorhang russische Rubel, englische Pfund und französische Franc wie Altpapier hortete.“ Allerdings verscherzte es sich Peter Tappermann fast mit ihm, als er bei einem der Besuche dann Gastgeschenke für des Stammesfürsten Frau und Töchter mitbrachte. „Nach allem hätte ich fragen können, den Söhnen und den Eseln. Die Frauen aber zu erwähnen, war tabu.“ In Algerien war es die falsche Hand, die er – die andere war ölverschmiert – zur Begrüßung reichte und in al-Gaddafis Libyen geriet er in eine „furchtbar schwierige Situation“, weil einer der Monteure trotz strikten Verbots in der Hauptstadt Tripolis fotografierte. „So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie die Militärpolizei da war.“ Jenseits von Sabotage- und Spionagevorwürfen stellte Tappermann Ende der 80er Jahre das Exportgeschäft ein. Und arbeitete deshalb nicht weniger: Die schäumenden Fontänen an Schloss Benrath speien Wasser aus seinen Pumpen ebenso wie an der Königsallee.Aus seinem Hause kommt die Technik für Klärwasseranlagen in Neuss oder Krefeld, das Hochwasserstützwerk bei Dormagen fußt ebenso auf Tappermann-Können wie rund um die Entspannungs- und Kältebecken des Fußballligisten 1.FC Köln. Und in dieser Palette sind Industrieanlagen noch nicht einmal enthalten

Pumpanlagen wurden in Grevenbroich montiert, zertifiziert,
Pumpanlagen wurden in Grevenbroich montiert, zertifiziert, wieder zerlegt und am Zielort aufgebaut. Foto: Valeska von Dolega

„Vor Jahren habe ich die Geschäfte an meine Töchter übergeben“, blickt er stolz auf Sabine und Petra Tappermann, beides Diplomphysikerinnen. „Wir sind ein echter Familienbetrieb“, sagt Sabine Tappermann. „Meine Schwester und ich sind hier groß geworden, haben bereits als Studentinnen hier gearbeitet.“ Die Firma sei wie ein Kind für ihren Vater, weiß sie. „Noch immer hängt er sich voll rein“ und weil er so „neugierig geblieben ist und sich gerne mit Sachen auseinander setzt, ist die Zusammenarbeit mit ihm nach wie vor schön.“