Grevenbroich: Grevenbroicher fährt den "Eifelblitz"

Grevenbroich: Grevenbroicher fährt den "Eifelblitz"

Nachwuchsfahrer Lars Peucker hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass ein echter Rennfahrer in ihm steckt. Das blieb nicht unentdeckt: Der bekannte Rennstall "Scheid Motorsport" hat den 22-Jährigen unter Vertrag genommen.

In der vergangenen Saison hat Lars Peucker auf dem Nürburgring ordentlich Gas gegeben - und die Konkurrenz meist hinter sich gelassen. Fünf Klassensiege und drei zweite Plätze, das war die Bilanz des schnellen Grevenbroichers bei acht Läufen der Rundstrecken-Challenge (RCN). Diese Erfolge blieben nicht unentdeckt: Der namhafte Rennstall "Scheid Motorsport" nahm den 22-Jährigen jetzt unter Vertrag. Der Junior darf bei der nächsten Langstreckenmeisterschaft (VLN) hinter das Lenkrad des legendären "Eifelblitzes" steigen. "Eine große Ehre", meint der Rennfahrer, der seine Brötchen als Industriemechaniker im Hydro-Werk verdient.

Lars Peucker ist rennsportbegeistert, schon mit acht Jahren lenkte er ein schnelles Kart über die Piste. Kaum 20 geworden, stieg der Grevenbroicher auf einen Dreier-BMW um. Obwohl das Fahrzeug nur 146 PS unter der Haube und mehr als 25 Jahre auf dem Buckel hatte, feierte er damit Erfolge auf der Nordschleife. In der Junior-Wertung der RCN ist er Zweiter sowie offizieller Förderkandidat des ADAC Nordrhein.

Und jetzt geht es einen guten Schritt voran: Als "Scheid Motorsport" neue Fahrer suchte, hat sich Lars Peucker einfach mal gemeldet - und ist prompt verpflichtet worden. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass das funktionieren würde", sagt er. "Scheid ist seit mehr als 50 Jahren am Nürburgring - jedem, der mit dem Motorsport zu tun hat, ist dieser Rennstall bekannt." Auch ein weiterer Grevenbroicher wird mit von der Partie sein: Der 18-jährige Lars Otto wird ebenfalls im "Eifelblitz" an den Start gehen.

Bisher hat Lars Peucker mit seinem Vater Heinz Willi ein eingeschworenes Rennteam gebildet, beide fuhren in ihrer Freizeit zum Ring, schraubten selbst an ihrem Auto herum. "Das wird künftig entfallen", sagt der 22-Jährige. Der "Eifelblitz" - ein BMW M235i mit 333 Pferdestärken - wird natürlich vom Rennstall gestellt.

"Der Wagen hat fast doppelt so viel PS wie mein altes Auto", schildert Lars Peucker, der schon Testfahrten in einem baugleichen Fahrzeug unternommen und festgestellt hat, dass er bestens damit zurecht kommt - auch an die Wippen, die er statt der Handschaltung bedienen muss, hat sich der Grevenbroicher schnell gewöhnen können. Im nächsten Monat wird es dann ernst: Nach einem Test am 17. fällt am 24. März der Startschuss zum ersten Lauf der VLN, der populärsten Breitensportserie Europas. Acht Vier-Stunden- und ein Sechs-Stunden-Rennen stehen auf dem Programm.

Fit für die Strapazen hinter dem Lenkrad hält sich Lars Peucker beim Kickboxen, das er schon seit einigen Jahren betreibt. Und er fühlt sich stark genug, um im bis zum 20. Oktober dauernden Rennzirkus seinen Mann stehen zu können.

Sein Ziel: "Ich möchte möglichst unfallfrei durch die Saison kommen", sagt der 22-Jährige. Und selbstverständlich hat sich der Grevenbroicher auch vorgenommen, möglichst weit vorne mitmischen zu wollen.

(NGZ)