Grevenbroich: Grevenbroicher dreht mit Ben Kingsley

Grevenbroich: Grevenbroicher dreht mit Ben Kingsley

Für Erwin Lennartz ist es ein besonderer Job: Der Laiendarsteller aus Grevenbroich steht derzeit für die Noah-Gordon-Verfilmung "Der Medicus" vor der Kamera. Dabei dreht er unter anderem mit Ben Kingsley. Lennartz bekam vom Oscar-Preisträger sogar Lob zu hören.

Die kleine Geste macht Erwin Lennartz stolz. Hollywood-Legende Ben Kingsley hält seine Faust an Lennartz's Faust, so wie es Basketballer nach einem erfolgreichen Spielzug tun. "Great", sagt Kingsley — und meint Lennartz' Leistung.

Zusammen stehen die beiden Schauspieler derzeit für einige Szenen der Verfilmung des historischen Romans "Der Medicus" vor der Kamera. Im kommenden Jahr soll der Film in die Kinos kommen. Laiendarsteller Lennartz schildert diese Szene gerne. "Am Anfang war ich ganz ehrfürchtig und schüchtern", gesteht er. "Aber Kingsley ist ein supernetter Mensch. Es ist wirklich toll, mit ihm zu drehen, und eine große Ehre für mich." Der Grevenbroicher genießt die Zeit am Dreh mit dem Profi.

Kameraerfahrung hat der 38-Jährige allerdings schon reichlich. Erwin Lennartz war in zahlreichen TV-Produktionen zu sehen, unter anderem im "Tatort" oder dem Kinofilm "Anleitung zum Unglücklichsein". Geboren wurde er in Mönchengladbach, dort engagierte er sich auch politisch beim SPD-Ortsverein Stadtmitte. Heimisch geworden ist der ehemalige Vermögensberater allerdings inzwischen in Grevenbroich. "Die Stadt hat es mir angetan", verrät er. Auch beruflich hat er sich umorientiert und ist in die Film- und Fernsehproduktion gewechselt. Lennartz arbeitet für mehrere große Agenturen und ist geschäftlich bundesweit unterwegs. "So lerne ich viele interessante Menschen kennen."

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Mit Ben Kingsley ist nun einer der Großen der Branche hinzugekommen. Für seine Darstellung in "Gandhi" (1982) erhielt der Brite den Oscar. Auch wenn der 68-Jährige zahlreiche historische Persönlichkeiten gespielt hat, legte er stets Wert auf abwechslungsreiche Rollen. Kingsley spielte den Itzhak Stern in "Schindlers Liste", überzeugte als alternder Literaturkritiker im Drama "Elegy oder die Kunst zu lieben" (2008) und mimte Dr. Watson in der Sherlock-Holmes-Parodie "Genie und Schnauze" (1988). 2001 wurde er von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen, vor zwei Jahren erhielt er einen Stern auf dem "Hollywood Walk of Fame" in Los Angeles.

Klar, dass sich Erwin Lennartz bei einem solchen Schwergewicht einige Kniffe abschauen kann. In "Der Medicus" verkörpert Ben Kingsley den Lehrmeister Ibn Sina. Der persische Arzt hatte den Ruf, der berühmteste Mediziner seiner Zeit zu sein. Auch Erwin Lennartz spielt im Film einen Arzt. "Ich trage ein stilechtes Gewand, habe jeden Tag lange Drehs."

Ben Kingsley zwinkerte Lennartz nach einer Szene zu, und auch fürs Foto stellt er sich mit dem Grevenbroicher gerne zusammen. Doch der Brite ist nicht der einzige bekannte Schauspieler in der Noah-Gordon-Verfilmung: Auch Olivier Martinez ("Knight & Day") — er ist mit Halle Berry verlobt — und Stellan Skarsgard ("Good Will Hunting", "Illuminati") wirken mit.

(NGZ/rl)
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