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Grevenbroicher Band "Mrs. Great" gibt Jubiläumskonzert

Grevenbroicher Band plant Jubiläumskonzert : „Mrs. Great“ seit 50 Jahren auf der Bühne

1968 auf dem Schulhof des Kreisgymnasiums gegründet, gibt es die Band „Mrs. Great“ noch immer – in Originalbesetzung. Kreuzfidel starten die Mitglieder ins Jubiläumsjahr. Auftritte in der alten Heimat sind geplant.

Gealterte Rockmusiker gibt es jede Menge – und inzwischen verstorbene und zu Legenden gewordene des Genres noch viel mehr. Dass aber eine alte Formation noch quicklebendig in Originalbesetzung auf der Bühne steht, ist selten. „Uns gibt es noch“, freuen sich die Mitglieder der Formation „Mrs. Great“.

Vor 50 Jahren, damals in den wilden 60er Jahren auf dem Schulhof des Kreisgymnasiums, das heute „Erasmus-Gymnasium“ heißt, gegründet, sind Toni Logtenberg (67), Norbert „Spooky“ Schultheis (67), Winfried Bonk (65), Winfried „Roger“ Weitz (67 und Peter „Jackson“ Faller-Lubczyk (66) noch immer am Start. „Eigentlich muss man sagen: wieder zusammen“, wie Winfried Bonk erzählt. „1974 hatten wir unseren letzten Auftritt. Dann war erstmal Funkstille.“ Berufsbedingt trennten sich die Wege der vormals so eingefleischten Truppe, erst 2005 fanden sie wieder zusammen. „Lasst uns mal probieren, was noch übrig ist“, erinnert sich Peter „Jackson“ Faller-Lubczyk, mittlerweile pensionierter Kirchenmusiker, an die Zeit. „Und es war wie Rad fahren, das verlernst Du nicht“, weiß Schlagzeuger Toni Logtenberg, wie schnell die alten Freunden rhythmisch wieder zueinander fanden. Alle sechs Wochen wird nun geprobt – und bei gemeinsamen Mittagessen wird die Gage verfuttert. „Wir klingen jetzt besser als das Original“, amüsieren sich die Männer, schließlich würde jetzt „besseres Equipment“ genutzt. Am Repertoire hat sich nichts geändert. „Die Themen der Umwelt- und Friedensbewegung jener Flower-Power-Zeit waren und sind unsere“, stellt Winfried Bonk klar. In eigenen Interpretationen unvergessener Lieder und „ewig aktuellen Texten“ wie „Blowing in the Wind“ oder „Eve of Destruction“ kommt das zum Ausdruck.

 Norbert „Spooky“ Schultheis als junger Musiker.  Fotos (3): Mrs. Great
Norbert „Spooky“ Schultheis als junger Musiker. Fotos (3): Mrs. Great Foto: Archiv Mrs. Great/Archiv Mrs Great

„Viele Hippie-Ideale haben sich als Utopie erwiesen“, sagt das Quintett übereinstimmend. Nicht aber beispielsweise der verbindende Gedanke eines vereinigenden Europas. „Dafür singen wir“ – deshalb sollen auch die alten Nummern auf der Set-Liste der Jubiläumskonzerte stehen. „Naja, richtige Konzerte werden das nicht“, sagt Norbert „Spooky“ Schultheiß, der seinen Spitznamen übrigens seiner damaligen Lust am Pfeife rauchen und dem Tabakkrümel ausspucken verdankt. „Die Auftritte haben eher Fêtencharakter. Wie bei einem Klassentreffen ist es auch ein Wiedersehensfest“, sind sie sich einig.

 „Pianomann“ Peter Faller-Lubczyk in den 70er Jahren.
„Pianomann“ Peter Faller-Lubczyk in den 70er Jahren. Foto: Archiv Mrs. Great

Klar, in ihrer Jugend wurden sie bei den Auftritten  regelrecht vom weiblichen Publikum angehimmelt, erinnern sie sich an jene Jahre, in denen Wilfried Bonk als Berufswunsch „Rockstar“ angab und auch der Bandname von einem gewissen Maß „Größenwahn zeuge, wie die Musiker von „Mrs. Great“ gerne zugeben. „Inzwischen freuen sich unsere Ehefrauen darüber, dass wir ein so schönes Hobby haben.“