Grevenbroich: Grevenbroicher Arzt ist Mitgründer des Netzwerks Methadon-Therapie

Grevenbroich: Grevenbroicher Arzt ist Mitgründer des Netzwerks Methadon-Therapie

Joachim Friedrich Treppmann ist Arzt. Seine Praxis ist NRW-weit bekannt, was auch daran liegen dürfte, dass der Facharzt für Allgemeinmedizin, Suchtmedizin und Psychosomatische Grundversorgung bereits seit 1994 als Substitutionsarzt Methadon verabreicht.

Methadon aber ist nicht nur ein Medikament, das aus der Drogensucht führen soll, sondern wird neuerdings begleitend in der Krebsbehandlung gegen Schmerzen und zur Verbesserung der Vernichtung der Krebszellen eingesetzt. Im Medizinischen Versorgungszentrum beträgt diese Patientenzahl zurzeit 20. Um die neue Therapieform medizinisch und ethisch zu dokumentieren, haben der Grevenbroicher Arzt und weitere 147 Kollegen jetzt ein Netzwerk gegründet. "Wir wollen Behandlungsfälle sammeln, um positive und gegebenenfalls negative Auswirkungen für wissenschaftliche Zwecke und zur Behandlung der Krebspatienten nutzen zu können", sagt Treppmann.

Aus der Praxis berichtet er von einem Patienten, der vor Monaten mit einem metastasierenden Pankreas-Karzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs, dessen Krebszellen streuen) parallel zur bereits verschriebenen Chemo-Therapie mit Methadon behandelt wurde. Das Ergebnis: "Der Patient fühlt sich psychisch besser, hat keine Schmerzen mehr und der behandelnde Onkologe hat festgestellt, dass die Tumor-Marker drastisch gesunken sind", sagt Treppmann. Das sei ein "Einzelfall, keine Frage. Aber wir sehen auch, dass die Methadonbehandlung in einer Vielzahl der behandelten Fälle wirkt."

Der experimenteller Therapieansatz lässt Patienten hoffen - und stößt auf massive Kritik. Onkologen - auch aus Grevenbroich - verweisen auf eine sehr dünne Studienlage und warnen ausdrücklich vor verfrühten Hoffnungen. "Methadon hat ein negatives Image", weiß Joachim Friedrich Treppmann. Im Gegenzug zählt er die positiven Eigenschaften des Opioids auf, das vor allem vergleichsweise wenig Nebenwirkungen habe. Auch sei Methadon ein im Vergleich kostengünstiges Medikament.

"Krebsbehandlungen liegen und bleiben in der Behandlungshoheit von Onkologen", verweist der Grevenbroicher auf die Expertise der auf Krebs spezialisierten Kollegen. "Aber Methadon könnte im Kampf gegen die Krankheit eine tolle Chance sein."

(von)