Grevenbroich: Zehn Jahre Klimacamp im Rheinland

Klimacamp Rheinland : Aktionen gegen RWE angekündigt

Das Klimacamp, das derzeit wieder bei Erkelenz aufgeschlagen hat, feiert seinen zehnten Geburtstag. Ob’s friedlich bleibt, ist fraglich.

Seit zehn Jahren gibt es jetzt das Klimacamp im Rheinland, das an diesem Wochenende wieder bei Erkelenz aufgeschlagen worden ist und auch Demonstrationen im Raum des Tagebaus Garzweilers angekündigt hat. Von Beginn an dabei ist Jette Momberg aus Grevenbroich. Sie war jetzt Moderatorin bei der Geburtstagsparty des Klimacamps. Sie erinnerte an das erste Klimacamp 2010, das im vom Tagebau Garzweiler II verschluckten Borschemich stattgefunden hatte.

Vor zehn Jahren waren es in der Spitze 100 Teilnehmer. Im Jahr darauf zog das Klimacamp in den Bereich des Tagebaus Hambach und verzeichnete 120 Teilnehmer. Da gab es die erste Schienenbesetzung. Bis 2013 fanden die Klimacamps in der Nähe des Tagebaus Hambach statt, unter anderem mit Schienenblockaden. Seit 2014 zog das Klimacamp wieder in die Nähe von Erkelenz zurück. 300 Teilnehmer registrierten die Organisatoren. 2015 waren es schon 500 Teilnehmer, 2016 dann 800. Das fast nicht mehr zu beherrschende Klimacamp im Jahr 2017 bei Borschemich, als es 4000 Teilnehmer gab, führte zu einem Umdenken. Konzentrierter sollte das Treffen werden.

Am jetzigen Standort fühlen sich die Klimacamper seit 2017 wohl. Inzwischen sind zahlreiche Gruppierung hinzugekommen: „Ende Gelände“, „Kohle ersetzen“, „Zucker im Tank“ sind mit eigenen Informationsständen auf dem abgeernteten Feld vertreten.

In der Spitze tummeln sich jetzt 500 Menschen im Camp. „Insgesamt werden es über die Tage verteilt mehrere Tausend sein", meinte Taalke Wolf, die in diesem Jahr im Orga-Team mitmacht. „Auch wenn viel geschehen ist und sich viel verändert hat, sind wir unseren Grundpfeilern treu geblieben“, sagt Jette Momberg. Sie ist, wie alle Organisatoren, stolz darauf, dass die Bewegung inzwischen europaweit Ableger gefunden hat.

Ob es am Wochenende so friedlich bleibt wie es in den letzten acht Tagen im Klimacamp, ist nicht sicher. Die Gruppierung „Kohle ersetzen“ hat Aktionen in den Tagebauen Garzweiler und Hambach oder an den Kraftwerken und sonstigen Einrichtungen von RWE angekündigt. Polizei und RWE-Sicherheitsdienst haben im Klimacamp auf die Gefahren eines unerlaubten Betretens des RWE-Betriebsgeländes hingewiesen.

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