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Grevenbroich: Wollte Rettungsdienst einen Wevelinghovener nicht mitnehmen?

Rettungsdienst in Grevenbroich : Wollte der Rettungsdienst einen Wevelinghovener nicht mitnehmen?

Patient übt nach einem Rettungsdienst-Einsatz Kritik, er sei gefragt worden, ob seine Frau ins Krankenhaus fahren könne. Vor kurzem erhob eine Familie nach dem Tod einer 61-Jährigen Vorwürfe.

Erneut steht der Rettungsdienst in der Kritik. Ein Wevelinghovener berichtet, dass Rettungsdienstler ihm trotz seiner Schmerzen vorgeschlagen hätten, dass seine Frau ihn zum Krankenhaus bringen sollte. Vor kurzem hatte eine Familie bei Kapellen Vorwürfe erhoben. Eine Rettungswagen-Besatzung – nach Information unserer Redaktion vom Roten Kreuz – habe den Mann einer Erkrankten gefragt, ob er sie selbst ins Krankenhaus bringen könne. Der 69-Jährige folgte. Im Lukas-Krankenhaus starb die Frau. Der Kreis hat als Träger des Rettungsdienstes eine Prüfung eingeleitet, die noch läuft.

Nun meldete sich ein Wevelinghovener (Name der Redaktion bekannt), der vor einigen Wochen mit Schmerzen im Unterbauch die „112“ wählte. Die Rettungsdienstler, laut Kreis rückte ein vom Roten Kreuz besetzter Wagen aus, hätten ein urologisches Problem vermutet. „Sie schlugen vor, dass meine Frau mich ins Lukas-Krankenhaus in Neuss fahren sollte. Dies habe ich abgelehnt, weil ich sehr starke Schmerzen hatte und schon mal einem Darmdurchbruch knapp entkommen bin.“ Er sei gefragt worden, ob er es verantworten könne, dass durch die Fahrt der RTW blockiert sei, möglicherweise ein anderer Patient keine Hilfe erhalten könne. Dann sei er doch mit dem RTW gefahren worden – ins Krankenhaus Grevenbroich, obwohl es dort keine Urologie gebe. Die Diagnose: Nierenstein-Kolik. „Gibt es zu wenige Rettungswagen?“, fragt er, oder „eine Anweisung, die Zahl der Krankenhausfahrten zu minimieren?“

„Eine solche Anweisung besteht nicht, und die Zahl der RTW ist ausreichend“, erklärt Kreissprecher Benjamin Josephs. Laut ihm war der Wagen sieben Minuten nach Alarm vor Ort. Bei diesen Beschwerden sei vorgesehen, „das nächste geeignete Krankenhaus anzufahren“, dies sei in Grevenbroich. „Aus unserer Sicht war es ein korrekt durchgeführter Einsatz. Eine Diskussion, ob der RTW-Transport notwendig sei, ist nicht dokumentiert. Wir werden dies überprüfen“, kündigt Josephs an.

Sie haben ein Anliegen? Sie können uns (Montag bis Freitag) unter Rufnummer 02181 69515 erreichen, oder per E-Mail (bitte Rückrufnummer angeben), Stichwort „Bürgermonitor“, an grevenbroich@ngz-online.de.