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Grevenbroich will Hochzeitsstadt werden

Ein Ort fürs Ja-Wort : Grevenbroich schärft Profil als Hochzeitsstadt

Die Schlossstadt ist nicht nur beliebter Lebens- und Arbeitsort, Grevenbroich soll auch als Marke überregional etabliert werden. Bei den Werbemaßnahmen setzt die Verwaltung unter anderem auf das Thema „Hochzeiten“.

Um sich als etwas verträumtes Städtchen gegenüber Metropolen positionieren zu können, will Grevenbroich sein Profil schärfen. Auf dem Weg hin zur unverwechselbaren Marke hat die Schlossstadt örtliche Strukturen auf Stärken und potenzielle Nischen überprüft und setzt jetzt auf Kernkompetenzen. Weil sich die Nachfrage nach standesamtlichen Trauungen seit Jahren konstant auf hohem Niveau bewegt, soll „Heiraten in Grevenbroich“ künftig als so etwas wie ein Aushängeschild etabliert werden. Diese Pläne verfolgt die Stadtverwaltung, zurzeit arbeitet die Wirtschaftsförderung in Kooperation mit dem Standesamt an einem entsprechenden Konzept.

„Heiraten in Grevenbroich ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor“, berichtet Rathaussprecher Stephan Renner. Ortsansässige Unternehmen vom Floristen bis Fotografen profitieren. Damit sie weiter gut zu tun haben, aber auch andere Dienstleister partizipieren können, dreht die Verwaltung nun verschiedene Stellschrauben. Als neuer Trauungsort kommt dazu neuerdings die Zehntscheune ins Spiel. „Im Mai vergangenen Jahres hatten wir diesbezüglich Gespräche begonnen, jetzt wird heiraten hier möglich“, erinnert sich Sarah Stefanowski, Veranstaltungsmanagerin der Location. Das erste Paar (Foto), das standesamtlich dort am Samstag das entscheidende Ja-Wort aussprechen wird, sind Gianna Wenzel (32) und Martin Schagen (33). „Ich bin in Grevenbroich groß geworden, das ist meine Heimat“, schwärmt der Bräutigam. „Eine richtige Trauung mit allem drum und dran zu erleben“, wie die Braut ausführt, war der „grundlegende Gedanke beim Aussuchen einer entsprechenden Örtlichkeit“. Die Mischung aus historischem Ambiente und dem Garten als Außenanlage gab den Ausschlag.

Von solchen unverwechselbaren Lokalitäten sollen laut Konzept möglichst weitere ins Portfolio aufgenommen werden. Außerdem entwickelt die Verwaltung mit dem Standesamt einen Fragebogen für Hochzeitspaare. Darin wird vor allem abgefragt, wie Brautleute auf den Hochzeitsstandort aufmerksam wurden und was Entscheidungsgründe waren, in Grevenbroich zu heiraten. Der Bogen wird im Verlauf des Jahres ausgefüllt und zum Jahresabschluss ausgewertet werden.

„Wo sind Stärken, vor allem wollen wir so erkennen, welche Lücken geschlossen werden können“, sagt Stephan Renner. Würden viele Eheleute berichten, dass Tollste sei, im Grünen zu heiraten, würde darauf ein „gezielter Fokus in Sachen Werbung in den sozialen Medien gelegt werden“, wie Bürgermeister Klaus Krützen erklärt. Außerdem wird die stadteigene Hochzeitsbroschüre derzeit überarbeitet und soll in aktualisierter Form zum Jahresende vorliegen.

446 Ehen wurden 2018 in Grevenbroich geschlossen. Neben den Trauungen im Standesamt fanden Eheschließungen im Haus Hartmann, in der Villa Erckens, auf Schloss Hülchrath sowie im Kloster Langwaden statt. Welche Vorzüge, Besonderheiten und Fakten jede Lokalität bietet, wann und wo sie aufsuchbar ist, ist in der Broschüre verzeichnet. Unersetzbar aber bleibt die „Mundpropaganda, wem die Hochzeit gefallen hat, der erzählt es weiter“, weiß Klaus Krützen.