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Grevenbroich will Hochzeitsstadt werden

Pläne zur Markenetablierung : Grevenbroich will Hochzeitsstadt werden

Viele Ehepaare, die sich an der Erft das Ja-Wort geben, kommen von außerhalb. Diesen Trend will die Stadt ausnutzen und die Marke „Heiraten in Grevenbroich“ überregional etablieren. Dabei sollen auch künftige Brautpaare helfen.

Weil sich die Nachfrage nach standesamtlichen Trauungen seit Jahren konstant auf hohem Niveau bewegt, soll „Heiraten in Grevenbroich“ künftig als überregional bekannte Marke etabliert werden. Diese Pläne verfolgt die Stadtverwaltung, zurzeit arbeitet die Wirtschaftsförderung an einem entsprechenden Konzept.

Wer sich in Grevenbroich das Ja-Wort gibt, heiratet offenbar schöner als in anderen Städten. Im Schnitt werden jährlich rund 450 Ehen an der Erft geschlossen, immerhin ein Drittel der Heiratswilligen kommt aus umliegenden Kommunen. Da liegt der Gedanke nahe, die Schlossstadt zur Hochzeitsstadt zu machen.

„Grevenbroich ist seit vielen Jahren überregional bekannt für besondere Trauorte“, betont der Erste Beigeordnete Michael Heesch in einer Information für den Stadt. Ganz oben auf der Beliebtheits-Skala rangiert das Standesamt selbst, das in der idyllisch an der Erft gelegenen Villa Krüppel residiert und ein niederrheinischen Trauzimmer mit Originalen des Künstlers Otto Pankok anbieten kann. Aber auch im Museum der niederrheinischen Seele oder im historischen Haus Hartmann am Alten Schloss können Paare den Bund fürs Leben schließen. Demnächst soll auch die ehemalige, liebevoll renovierte Zehntscheune in Elsen als Hochzeits-Location angeboten werden.

Wie Heesch informiert, soll das Angebot nach Plänen der Stadt erweitert werden. Antworten auf die Frage, in welche Richtung das führen könnte und was besonders spannend wäre, sollen auch künftige Eheleute geben. „Hierzu wird aktuell ein Fragebogen entwickelt, der im Laufe des Sommers von den Brautleuten ausgefüllt werden kann und dann im Herbst ausgewertet wird“, so der Erste Beigeordnete.

„Heiraten in Grevenbroich“ sei schon jetzt ein Wirtschaftsfaktor in der Stadt. „Viele ortsansässige Unternehmen profitieren von dem konstant hohen Zuspruch – egal ob Caterer, Floristen, Fotografen, Fahrservices oder andere Dienstleister“, so Heesch. Die angestrebte Marke als Hochzeits-Ziel soll „neben dem Ausbau des Angebots auch eine Plattform bieten für weitergehende Kooperationen mit der Stadt“.

Der örtliche Werbering begrüßt die Planungen der Stadt. „Das ist eine sympathische Sache“, sagt Vorsitzender Heiner Schnorrenberg. „Grevenbroich kann sich damit als attraktive Stadt mit tollen Locations darstellen.“ Davon könne letztlich auch der heimische Handel profitieren.

Unterstützt werden die Bemühungen auch von den beiden großen Ratsfraktionen. „Unsere Stadt bietet nicht nur schöne Räume für das Ja-Wort, sondern auch ein ein herrliches Umfeld“, meint CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser. „Die Preise fürs Heiraten sind zudem moderat, keinesfalls abgedreht – daraus sollten wir einen Vorteil ziehen.“ Das meint auch Daniel Rinkert, Geschäftsführer der SPD-Fraktion: „Wir bieten super Hochzeits-Locations, die in einem sehr schönen Umfeld liegen.“ Um die Marke überregional zu etablieren, müsse die Stadt vor allem Social-Media-Kanäle nutzen — „möglicherweise auch in Verbindung mit einem kleinen Image-Film“.