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Grevenbroich: Wilder Tommy sorgt für Baby-Alarm

Nachwuchs im Grevenbroicher Wildgehege : Wilder Tommy sorgt für Baby-Alarm

Dank des jungen Bullen Tommy hat sich Nachwuchs bei den Dexter-Rindern im Wildgehege eingestellt. Eine Kuh war dem Prachtkerl aber nicht genug. Auch andere Kühe haben verdächtig an Umfang zugelegt.

Er ist schon ein umtriebiger Bursche, dieser Tommy. Kaum im Gehege angekommen, hat der junge Dexter-Rind-Bulle die Herzen seiner weiblichen Artgenossen im Sturm erobert. So sehr, dass sich am Freitagmorgen bereits Nachwuchs im Tierpark eingestellt hat. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass das eine oder andere weitere Jungtier in den nächsten Wochen das Licht der Welt erblicken wird. Denn einige der Kühe haben verdächtig an Umfang zugelegt.

Tommy stammt von einem Züchter aus Rinteln im Weserbergland. Dort wurde er im Mai vergangenen Jahres von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) abgeholt und in das Wildgehege im Bend gebracht. „Obwohl er damals erst ein halbes Jahr alt war, sind wir gewarnt worden, dass er ein kleiner Wilder sein könnte“, berichtet die Vorsitzende Martina Koch.

Tommy wurde seinem voraus eilenden Ruf gerecht. Nach einer Eingewöhnungs-Phase hat er gleich losgelegt – und nach neun Monaten hat die erste Dexter-Kuh am frühen Freitagmorgen ihren Nachwuchs zur Welt gebracht. „Ein pechschwarzer Bulle, ein prächtiges Exemplar“, freut sich Koch. Die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft schließt nicht aus, dass Macho Tommy auch bei den übrigen Kühen zugeschlagen haben könnte. „Drei bis vier machen den Eindruck, als ob sie trächtig wären“, meint die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft. „Vielleicht hat er auch sie glücklich gemacht – aber das gilt es jetzt einmal abzuwarten.“

Die SDW, die sich um das beliebte Wildgehege kümmert, hat sich auf die Fahnen geschrieben, heimischem Wild und alten Haustierrassen ein Zuhause gegeben. Die ursprünglich aus Irland stammenden Dexter-Rinder passen da gut ins Konzept. Die kleinen und robusten Vierbeiner wären in den 1960er und 1970er Jahren beinahe ausgestorben, da sie Konkurrenz vom modernen Leistungsrind bekamen. Sie sind zwar heute in ihrer Existenz nicht mehr bedroht, doch zählen sie immer noch zu den seltenen Rassen.

„Wir sind froh, dass sich jetzt Nachwuchs eingestellt hat“, sagt Martina Koch. Sollten weitere Jungtiere folgen, könnte es auf Dauer aber etwas eng im Gehege werden. „Dann werden wir wohl das eine oder andere Exemplar an einen anderen Tierpark abgeben müssen“, sagt Martina Koch. Der wilde Tommy hat übrigens auch ihr Herz erobert: „Er ist verspielt, einfach zum Knuddeln – ein richtig Lieber.“

Auch in den anderen Gehegen herrscht Baby-Alarm: Ziegen und Kamerunschafe haben Junge – und erstmals auch ein Kanadagans-Paar, das stolz fünf Küken hütet.