Grevenbroich: Wevelinghovener befürchten deutlich mehr Verkehr im Ort

Stadtteilgespräch in Grevenbroich-Wevelinghoven : Wevelinghovener befürchten deutlich mehr Verkehr im Ort

Die Gartenstadt wird kräftig wachsen, doch das bereitet manchem Sorgen. Das wurde beim Stadtteilgespräch deutlich, zu dem die Stadt in die Realschule eingeladen hatte. Im Baugebiet An Mevissen sind etwa 400 Wohneinheiten geplant.

Nicht weit davon mit Eingang zur Birkenstraße soll ein großer Kindergarten entstehen, und die geplante Gesamtschule am Heyerweg wird mehr Schüler haben als die heutige Realschule.  Wevelinghovener fragen sich, wo der zusätzliche Verkehr im Ort denn hin soll. „Für Neubürger ist das Baugebiet positiv, die Alteingesessenen leiden darunter“, meinte ein Bürger mit Blick auf steigende Autozahlen.

Bürgermeister Klaus Krützen und sein Team stellten den rund 100 Besuchern die Pläne vor. Für den ersten Bauabschnitt An Mevissen sind die Arbeiten gestartet, drei weitere Abschnitte sind geplant. Noch steht nicht fest, wie viele Häuser angesichts des Wohnungsbedarfs genau entstehen sollen. Krützen erwartet, dass sich die Politik bis März über den Rahmenplan einigt.

Vier Straßenanbindungen des Baugebiets an den Ort sind geplant. „Der gesamte Verkehr wird auf die Oberstraße gelenkt, die bereits heute voll ist“, wurde kritisiert. Eine Anbindung an die Ortsumgehung (L 361) solle geprüft werden. „Aus unserer Erfahrung ist  eine solche Anbindung schwer zu erreichen“, sagte Fachbereichsleiterin Dorothea Rendel. „Sie vermuten, dass es nicht geht, aber sie wissen es nicht“, hörte sie darauf. Laut Stadt soll ein Gutachten die Auswirkungen des Baugebiets klären. Angesichts der bereits heute starken Belastung fragten Bürger, nach dem vor Jahren geplanten Verkehrsgutachten für Wevelinghoven und Kapellen. Laut Stadt waren 70.000 Euro angemeldet worden, die seien von der Politik auf 20.000 Euro reduziert worden, damit komme man nicht weit. Die Verwaltung hofft nun auf Erkenntnisse aus dem geplanten Mobilitätsgutachten für die Stadt.

Auch durch die geplante Gesamtschule, durch Busse und Pkw, wird mehr Verkehr befürchtet – etwa auf Heyerweg und An der Kolpingschule. Nach den Überlegungen im Rathaus könnte der erste Gesamtschuljahrgang 2021 an der Bergheimer Straße starten. 2024 könnte die Schule zum Heyerweg ziehen, wo die Realschüler bis zur Schul-Schließung bleiben sollen.

Thomas Staff vom Schulamt erläuterte, dass mehr Schüler nicht automatisch mehr Verkehr bedeuten. „Mit der Gesamtschule ändern sich die Schülerströme. Lassen Sie uns Zeit, das zu prüfen.“