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Grevenbroich-Wevelinghoven: Lösung für Poststraße nicht in Sicht

Verkehrsprobleme in Grevenbroich-Wevelinghoven : Lösung für Poststraße nicht in Sicht

Seit Jahren diskutieren Bürger und Politik über Verkehrsprobleme in der Wevelinghover Ortsdurchfahrt. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Die Stadt erhofft sich Hinweise für Verbesserungen aus dem geplanten Verkehrsentwicklungsplan.

Die Straßen sind schmal, der Verkehr dagegen ist immens. Nicht nur in Hauptverkehrszeiten ist die Wevelinghovener Ortsdurchfahrt auf der Ober- und Poststraße ein Nadelöhr – wehe, wenn dann noch ein Lkw rangiert. Seit langem diskutieren Politiker und Bürger über Verbesserungen. „Leider ist in den vergangenen drei Jahren nichts geschehen. Es ist für mich unerklärlich, dass man die 2014 und 2015 geführten Gespräche nicht ernst genommen hat, schimpft der Wevelinghovener Uwe Holl. Nun werde das Baugebiet An Mevissen erschlossen, die Schule am Heyerweg solle erweitert werden, bei Intersnack sei ein Logistikzentrum geplant. Durch all das befürchtet der Dachdecker noch mehr Verkehr. Holl kritisiert, „dass man Projekte genehmigt, ohne sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie der Verkehr mit geringer Belastung für Anwohner fließen soll“.

Gedanken haben sich Politik und Verwaltung in der Vergangenheit immer wieder gemacht. Ein Einbahnstraßensystem im Ort wurde ebenso vorgeschlagen wie eine Verkehrsuntersuchung, die wegen der Kosten aber „abgespeckt“ und schließlich ganz zu den Akten gelegt wurde. „Der Bereich der Ober- und Poststraße ist stark belastet. Der Verkehr hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Die Situation ist eine Zumutung“, sagt Beigeordneter Florian Herpel. „Doch zurzeit gibt es keine Lösung.“ Wichtig sei ein Weg, „bei dem nicht die einen entlastet, dafür andere mehr belastet werden“.Rund 8700 Autos am Tag wurden 2015 auf der Oberstraße gezählt.

Eine deutliche Entlastung auch für Wevelinghoven erhoffen sich viele vom Bau der L 361n. „Wenn Menschen mit Fackeln gegen die Umgehungsstraße protestieren, sollen sie sich nicht beschweren, dass es zu viel Verkehr in Wevelinghoven gibt“, betont André Heister, Vorsitzender der CDU in der Gartenstadt, angesichts der Demonstration vor einer Woche. Der Rhein-Kreis hat die Planung der Umgehung für Straßen NRW übernommen. Zum Baubeginn kann laut Kreis „noch keine Aussage gemacht werden“.

„Bis wir darauf fahren können, werden mehrere Jahre vergehen“, erklärt der Wevelinghovener und SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand. Bleibt’s bis dahin bei der Belastung im Ort? „Wir müssen Wege finden, den Autoverkehr zu reduzieren, den Menschen attraktive Angebote zu machen, damit sie mehr den Linienbus oder das Fahrrad benutzen“, betont Herpel. Auch Gerbrand setzt auf Stärkung von ÖPNV und Fahrrad. Ein weiterer Schritt wäre, wenn mehr Autofahrer die vorhandene Umgehungsstraße nutzen würden.

Hinweise für Verkehrsmöglichkeiten erhofft sich die Stadt laut Herpel „aus dem geplanten Verkehrsentwicklungsplan“. Der bisherige VEP von 2003 ist längst überholt. Der neue Plan soll nicht nur Veränderungen der Verkehrsströme und die Aufteilung auf die einzelnen Verkehrsmittel darlegen, sondern auch Lösungswege für Probleme aufzeigen. Doch das wird dauern, der Plan soll bis 2021 erstellt werden, mit ersten Ergebnissen rechnet Herpel 2020. Die Kosten für das Konzept schätzt die Verwaltung auf 250.000 Euro, bei 70 Prozent Zuschüssen muss Grevenbroich 75.000 Euro tragen, die auf drei Jahre verteilt werden sollen.

Planungsausschussvorsitzender und CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser betont, dass für das Logistikzentrum bei Intersnack die Verkehrsuntersuchungen noch anstehen. Bei der Vorstellung der Pläne haben Politiker betont, dass der Lkw-Verkehr an den Orten vorbei geführt werden solle.