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Grevenbroich: Wassersalat staut sich am Wehr

Invasion der Muschelblumen in der Grevenbroicher Erft : Wassersalat staut sich am Wehr

Das Hochwasser spülte viele Muschelblumen-Teppiche in die Strömung der Erft. Jetzt stauen sie sich zu tausenden am Wehr in der Südstadt. Vor lauter Grün ist dort vom Fluss nichts mehr zu sehen.

Einige Jahre lang war Ruhe, jetzt ist sie wieder da: Die tropische Muschelblume bedeckt erneut Teile der Erft. Zurzeit staut sie sich vor dem Wehr nahe des Ascheplatzes in der Südstadt. Tausende Exemplare der salatähnlichen Pflanze dümpeln dort im Wasser – zum Leidwesen des Erftverbandes. Denn der würde das Kraut am liebsten aus dem Fluss verbannen.

„Seit zwei Monaten verzeichnen wir vor allem in Grevenbroich wieder einen enormen Zuwachs der Muschelblume“, sagt Verbandssprecherin Luise Bollig. Dennoch sei die Pflanze bislang nicht weiter aufgefallen, da sie vor allem in beruhigten Zonen und in Altarmen der Erft mehr oder weniger große Teppiche gebildet habe. Durch das Hochwasser, das nach dem Unwetter am Donnerstag eintrat, seien diese Teppiche in die Strömung geraten und fortgetrieben.

„Nun stauen sie sich in großer Zahl vor den Wehranlagen“, schildert Luise Bollig. Der Erftverband will die Wehre nun öffnen, um die grüne Invasion mit einem gehörigen Wasserschwall wegzuschwemmen. Auch, weil sich rasch Müll in den Teppichen ansammeln könnte.

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in Vorst. 
⇥Foto: Lothar
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Die Muschelblume stammt aus den Tropen und Subtropen. Sie gelangte vermutlich über Teiche oder Aquarien in die warme Erft, in der sie optimale Lebensbedingungen vorfindet – gleichzeitig aber heimische Pflanzen, die unter Wasser wachsen, gefährdet. „Denen nimmt sie das Licht weg“, sagt Bollig. Ein weiteres Ärgernis für den Erftverband: Ultraschall-Messungen des Wasserstandes funktionieren nur ungenau, wenn ein Muschelblumen-Teppich dazwischen liegt.

Nach einem extremen Befall in 2013 und 2014 ist die Muschelblume in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Woran es liegt, dass der Wassersalat nun wieder verstärkt im Stadtgebiet auftaucht, kann Luise Bollig nur vermuten: „Eine Ursache könnte das lang anhaltende warme und trockene Wetter sein.“ Herausfischen und auf den Kompost werfen, sei keine Alternative. „Dafür sind die Mengen einfach zu groß“, meint die Verbandssprecherin.