Grevenbroich: Vor 65 Jahren den Bund fürs Leben geschlossen

Eiserne Hochzeit in Neurath : Vor 65 Jahren den Bund fürs Leben geschlossen

Heute vor 65 Jahren gaben sich Lotti und Klaus Tubies in der evangelischen Dorfkirche von Konow in Mecklenburg das Ja-Wort. Am 11. August werden sie aus Anlass der Eisernen Hochzeit in Neurath mit der Familie und den Freunden feiern.

Klaus Tubies (90) wurde in Kumilsko in Ostpreußen geboren. 1943 wurde er aus Polen vertrieben. 1947 kam er in Malliß in Mecklenburg an und lernte dort seine spätere Frau Lotti kennen. Lotti wurde in Bokup geboren und erlernte wie ihr späterer Mann in Malliß das Friseurhandwerk. Nach Klaus‘ Gesellenprüfung, forderte er Lotti auf einer Feier zum Tanz auf „und fortan waren wir ein Paar“, erzählt der Neurather.

1954 legte er die Meisterprüfung ab und heiratete seine Lotti. Im Oktober wurde Sohn Lothar geboren. „Nach der Meisterprüfung wollte ich mich selbstständig machen, doch das war in der DDR nicht so einfach, wenn man nicht politisch aktiv war“, erinnert sich der Jubilar. So beantragte er ein Visum und fuhr 1955 mit dem Zug nach Travemünde. Lotti und Lothar folgten mit dem Flugzeug über Berlin nach Hamburg, wo die Familie wieder vereint war. „In Lensahn bei Oldenburg machten wir uns selbstständig und lernten gute Freunde kennen“, erinnert sich die 87-jährige. Zehn Jahre später, 1965, folgte der Umzug nach Neurath, wo sie ein Haus kauften und einen Salon führten, in dem sie gemeinsam arbeiteten.

 Klaus Tubies gehörte zum Schützenzug „Heimattreue“ und war Major im Bürgerschützenverein. Im Salon ergänzten sie sich gut. „Als wir ihn 1994 geschlossen haben, waren unsere Stammkunden traurig, aber unsere Zeit war um“, erinnern sich beide. Heute wohnt Sohn Lothar bei den Eltern im alten Salon, den er zu einer Wohnung umgebaut hat. Gemeinsam mit ihm genießen die beiden regelmäßige Kurzreisen nach Belgien. Zur Feier sind Freunde aus Hamburg, Oldenburg und Neurath geladen. „Nachmittags gibt’s Kaffee und Kuchen, abends ein gutes Essen – und danach darf getanzt werden“, freut sich der Jubilar.

(uwr)