Grevenbroich: Viele Änderungen bei den Abwassergebühren 2018

Grevenbroich: Regenwassergebühr auf neuer Datenbasis

Viele Änderungen bei den Abwassergebühren 2018. Geringere Ermäßigung für Ökopflaster.

Die Grevenbroicher müssen bei den Abwassergebühren im kommenden Jahr gleich mit mehreren Änderungen rechnen. Rund 20.000 Gebührenbescheide verschickt die Stadt Mitte Januar. Die gute Nachricht: Die Niederschlagswassergebühr je Quadratmeter wird von 1,74 auf 1,39 Euro gesenkt. Das heißt aber keineswegs, dass sich alle Grundstücksbesitzer über niedrigere Abgaben fürs Regenwasser freuen können. So manchen dürfte 2018 eine höhere Rechnung erwarten.

Der Grund: Die Berechnungsgrundlagen ändern sich. Zum einen hatte die Stadt 2016/17 ihre Daten über die versiegelten Flächen aktualisiert - mit Hilfe von Selbstauskunftsbögen und mit Luftbildern. Letztere sorgten für Kritik, bei der Auswertung wurde so mancher Gummi-Pool und ähnliches für versiegeltes Areal gehalten. Insgesamt hat die Verwaltung nun knapp eine Million Quadratmeter versiegelte Flächen neu erfasst.

Darüber hinaus ändern sich die sogenannten Abflussbeiwerte. Bestimmte Versiegelungsarten, die mehr Wasser als andere durchlassen, werden mit einem niedrigeren Prozentsatz berechnet. Ökopflaster-flächen etwa wurden bislang nur zu 30 Prozent in die Kalkulation einbezogen, künftig aber zu 50 Prozent. "Laut der Rechtsprechung setzt sich Ökopflaster im Laufe der Zeit zu", so dass sich der Versickerungseffekt verringere, begründet Frank Möller. kaufmännischer Betriebsleiter des Abwasserbetriebs der Stadt. Flachdächer und Garagenzufahrten werden jetzt zu hundert Prozent berechnet (bislang 80 beziehungsweise 90 Prozent), begrünte Dachflächen einheitlich zu 50 Prozent (bislang teils 30 Prozent).

Eigentlich sollten diese Änderungen bereits Anfang 2017 in Kraft treten. Dazu kam es nicht. Der Stadtrat beschloss Ende 2016 die geplanten Gebühren nicht, da eine damals vorgesehene Grundgebühr abgelehnt wurde. Die ist nun für 2018 vom Tisch. Im November nun beschloss der Rat die neuen Gebühren. Zuvor hatte die Stadt nochmals die Eigentümer wegen der geänderten Daten angeschrieben, mehrere hundert Bürger meldeten sich mit Korrekturen. "Wir haben ihre Angaben übernommen und werden sie im nächsten Jahr prüfen", kündigt Möller an.

Trotz der geänderten Abflussbeiwerte geht Frank Möller vom Abwasserbetrieb davon aus, dass viele Grundstücksbesitzer wegen der reduzierten Gebühr einen geringeren Betrag zahlen. Die Schmutzwassergebühr wird 2018 steigen - und zwar von 3,10 auf 3,16 Euro je Kubikmeter Frischwasserverbrauch des Vorjahres. "Die Gebühr ist seit drei Jahren konstant geblieben", sagt Möller.

(cso-)