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Grevenbroich: Grevenbroich verliert Einwohner

Grevenbroich : Grevenbroich verliert Einwohner

Die Einwohnerzahl schrumpft: 2022 sollen nur 62 300 Menschen in Grevenbroich leben, 3,4 Prozent weniger als 2011. Das geht aus dem neuen Demografiebericht vor. Die Entwicklung in den Stadtteilen ist sehr unterschiedlich.

Jetzt hat es die Stadt schwarz auf weiß: Die Grevenbroicher werden bis 2022 immer weniger, und die Zahl der Senioren steigt kräftig. 2022 wird jeder 15. Grevenbroicher 80 Jahre oder älter sein. Der größte Bevölkerungsrückgang wird für Barrenstein prognostiziert — um 17 Prozent. Das sind Ergebnisse aus dem Demografiebericht, der im Sozialausschuss vorgestellt wurde.

Nach Anträgen mehrerer Fraktionen hatte die Stadt das Amt für Statistik und Wahlen in Düsseldorf mit dem 30 000 Euro teuren Bericht beauftragt. Darin werden die Bevölkerungsentwicklung ab 1990 und die Entwicklung bis 2022 untersucht.

"Damit haben wir eine wichtige Datengrundlage für unsere weitere Arbeit", so Ausschussvorsitzende Martina Suermann. Bei Kitas, Schulen, Baugebieten und vielem anderen sollen die Zahlen eine Hilfe sein, um bedarfsgerecht planen zu können. Die wichtigsten Ergebnisse für die Prognose bis 2022:

Einwohnerzahl Die Bevölkerungszahl wird weiter sinken — von 64 484 Menschen 2011 auf 62 314 Menschen 2022 (minus 3,4 Prozent).

Senioren Die Zahl der Senioren steigt deutlich. Die Gruppe ab 80 Jahre wird um 34,3 Prozent auf 4065 zulegen. "Mit diesen Zahlen liegen wir aber im Trend vieler Städte", betont Dezernent Claus Ropertz.

Junge Kinder und Jugendliche sind in der Stadt künftig seltener zu sehen. Während die Zahl der Unter-Sechsjährigen (Kita-Alter) konstant bleibt, sinkt die der Sechs-bis 17-Jährigen um 11,7 Prozent auf 6914.

Wanderung Trotz aller Baugebiete etwa in Kapellen lassen sich bereits seit 2004 etwas weniger Menschen in der Stadt nieder als von hier wegziehen. Die Statistiker gehen bei ihrer Berechnung davon aus, dass dieser Wanderungstrend so bleibt. Grevenbroich profitiert bislang etwa von Zuzügen aus Düsseldorf, Neuss, Rommerskirchen, Dormagen, gibt aber an westliche Nachbarn (etwa Jüchen und Mönchengladbach) Einwohner ab.

Ortsteile Der Bericht untersucht auch die Entwicklung bis 2022 in den Ortsteilen, die zu 20 Prognosebezirken zusammengefasst wurden. "Gewinner" bei der Einwohnerzahl ist danach Elfgen (+6,9 Prozent). Während im Süden Neurath und Frimmersdorf seit 2002 an Einwohnern verloren, soll Frimmersdorf künftig um 6,4 Prozent zulegen — dort ist jetzt ein Baugebiet am Start. Überraschend: In Kapellen wird trotz des großen Baugebiets die Einwohnerzahl wohl kräftig sinken. Die größten "Verlierer" aber sind Langwaden (-11,1 Prozent), Laach (-15,2) und Barrenstein (-17).

Nach der Vorstellung im Ausschuss drängte Peter Habura (UWG) auf rasches Handeln. "Die Daten veralten schnell. Wie geht's konkret weiter?", fragte er. Konsequenzen aus den Zahlen zogen die Politiker noch nicht. Zunächst soll der Rat den Bericht beraten und das weitere Vorgehen festlegen.

(NGZ/rl/jco)