Grevenbroich: Vater soll Dreijährigen verletzt und misshandelt haben

Prozess in Mönchengladbach beginnt : Vater soll dreijährigen Sohn schwer misshandelt haben

Der Fall sorgte auch überregional für Schlagzeilen: Ein 47-Jähriger soll seinen Sohn unter anderem mit einem Staubsaugerrohr geschlagen haben, so dass dieser das Bewusstsein verlor. Nun steht er vor Gericht.

Ein 47 Jahre alter Grevenbroicher muss sich bald vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten – wegen des Tatvorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen. Konkret geht es um seinem Sohn, in Tateinheit mit Körperverletzung in drei Fällen, darunter einer gefährlichen Körperverletzung. Der Prozess vor der zweiten großen Strafkammer in Mönchengladbach beginnt am Dienstag, 15. Oktober.

Am Samstag, 11. Mai, dieses Jahres hatte der Vater einen Notruf abgesetzt. Mit dem Rettungshubschrauber wurde der drei Jahre alte Sohn, der das Bewusstsein verloren hatte, in das Uni-Klinikum Düsseldorf geflogen. Ärzte kämpften um das Leben des Jungen. Laut Anklage musste das Kind notoperiert werden, es hatte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit massiven Gehirnblutungen erlitten. Der Dreijährige lebt nach einer Reha mittlerweile in einer Pflegefamilie.

In den Vernehmungen hatte der Vater, der zum Tatzeitraum mit seinem Kind allein in der Wohnung lebte, laut den Ermittlern widersprüchliche Aussagen gemacht. Die Ermittlungen übernahm eine Mordkommission unter Leitung der Düsseldorfer Polizei. In ihrer Anklage geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass es bereits vor dem 11. Mai zu Vorfällen gekommen ist. Der Angeklagte soll seinen drei Jahre alten Sohn über den Teppichboden gezogen haben, dabei soll das Kind Hautabschürfungen erlitten haben. Außerdem habe der Vater ihn gebissen.

Am 11. Mai soll der Mann, nachdem das Kind sich übergeben hatte, den Kleinen aus dem Kindersitz genommen und mehrfach stark geschüttelt haben. Als der Junge später zu weinen begann, soll der Vater ihn mit dem Metallrohr eines Staubsaugers auf den Kopf geschlagen haben. Als der Vater weiter saugte, habe er, so die Anklage weiter, einen Knall gehört und gesehen, dass der Junge mit dem Stuhl zu Boden gefallen war. Erst als das Kind das Bewusstsein verloren habe, habe der Angeklagte den Notarzt alarmiert.

Nach dem Prozessbeginn sind vier weitere Verhandlungstermine anberaumt. Wie die Verwaltung im Mai erklärte, hatte das Jugendamt der Stadt zu der Familie des Dreijährigen lediglich in einem Amtshilfeersuchen 2017 kurzen Kontakt gehabt. „Einen Verdachtsfall auf Kindeswohlgefährdung gab es aber nicht“, hieß es demnach  aus dem Grevenbroicher Rathaus.

(NGZ)