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Grevenbroich: Varius-Werkstätten ziehen Zwischenbilanz der Corona-Krise.

Engagement in Grevenbroich : Varius-Werkstätten ziehen Zwischenbilanz der Corona-Krise

In der Corona-Krise wurden die Varius-Werkstätten komplett heruntergefahren. Dennoch konnten die Aufträge erledigt werden - weil die Angestellten die Arbeiten übernahmen und Heimarbeit möglich war.

Sieben Köpfe – ein Wille: Der Verwaltungsrat der gemeinnützigen Varius Werkstätten achtet auf das Unternehmen, in dem viele hundert Menschen mit und ohne Handicap arbeiten. Die eigentlich für das erste Halbjahr geplante Verwaltungsratssitzung wurde jetzt nachgeholt. Die gute Nachricht: Die Varius-Werkstätten sind gut durch die Corona-Zwangspause gekommen; auch weil Angestellte die Aufträge abarbeiteten, nach Hause geschickte Mitarbeiter in Heimarbeit tätig wurden und Kunden Verständnis hatten. Allerdings weiß niemand, wie es genau in der zweiten Jahreshälfte weitergeht.

Nach Auskunft einer Sprecherin sind zwei Drittel der Mitarbeiter aus dem Lock-Down wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Die Kollegen wiederzusehen und wieder gefordert zu sein – das werde von den allermeisten begrüßt. Doch ob eine zweite Corona-Welle im Herbst folgt – und wie sich das wiederum auf die Varius Werkstätten auswirken könnten – niemand weiß es. Im Oktober will der Verwaltungsrat den Wirtschaftsplan 2021 besprechen.

Zuvor dankte Varius Geschäftsführer Wilfried Moll drei langjährigen Mitgliedern des Verwaltungsrats. Helga Weiss hob er besonders hervor. Bereits im vergangenen Jahr war sie 30 Jahre lang im Verwaltungsrat der Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Im Juni verstarb Helha Weiss. Geschäftsführer Wilfried Moll betonte ihr Engagement: „Als ehemalige Lehrerin der Mosaikschule in Grevenbroich Hemmerden war Frau Weiss für unsere Werkstätten eine wegweisende Stütze und Beraterin.“ Moll drückte seine Anerkennung für Frau Weiss aus, die die Anliegen, Besonderheiten und Bedürfnisse von Menschen mit geistiger Behinderung stets positiv in den Vordergrund ihrer Überlegungen und Entscheidungen gestellt habe.

Für seine kennzeichnende Mitarbeit im Varius Verwaltungsrat wurde auch Franz Anton Lenze gedankt. Lenze entschied sich nach seiner Tätigkeit im Verwaltungsrat von 1998 bis 2019 dafür, künftig jüngeren Engagierten den Platz zu geben. Als Architekt konnte Lenze die Varius Werkstätten zum Bedarf an räumlichen und baulichen Voraussetzungen für Mitarbeiter mit Behinderung beraten und begleitete 1988 die Planung und Umsetzung der Varius Betriebsstätte Daimlerstraße für die Arbeitsbereiche Verpackung, Montage und der Großküche sowie 1992 den Bau der Betriebsstätte Grevenbroich Ost, die Metallverarbeitung der Varius Werkstätten.

Für die bisher längste Zeit im Verwaltungsrat der Varius Werkstätten wurde Landrat Hans Jürgen Petrauschke geehrt. Nach seiner Aufnahme in das Aufsichtsgremium im November 1989 ist er in diesem Jahr 31 Jahre lang ein Mitglied in der Runde. „Für ihn standen und stehen die Teilhabe am Arbeitsleben ebenso wie die Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderung im Fokus“, sagte Varius Geschäftsführer Wilfried Moll über Landrat Petrauschke.