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Grevenbroich: Unwetter setzt die Straßen unter Wasser

Heftige Regenfälle in Grevenbroich : Unwetter beschert der Feuerwehr 220 Meldungen binnen einer Stunde

Gewitter, Sturm und Starkregen sorgten am Donnerstagabend für Überschwemmungen in der Stadt. Nicht nur vollgelaufene Keller beschäftigten daraufhin die Einsatzkräfte.

Heftiger Regen mit Gewitter und Sturmböen hielten am frühen Donnerstagabend die Feuerwehr in Atem. Innerhalb von einer Stunde gingen dort über 220 Meldungen ein. Erst nach 23 Uhr konnten die Einsatzkräfte die letzten Einsätze beenden. Mehrere Straßen in Grevenbroich wurden überflutet, größere Sachschäden sind nach einer ersten Einschätzung der Feuerwehr aber nicht entstanden. Auch Menschen kamen bei dem Unwetter nicht zu Schaden.

"Der Schaden in jedem einzelnen Keller ist für die Betroffenen natürlich trotzdem immens. Manche Schäden werden auch eventuell erst am morgigen Freitag entdeckt", sagt Einsatzleiter Jan Boßems. Besonders betroffen waren die Südstadt, Wevelinghoven, Neurath und der Bereich Stadtmitte.

Bis zu 30 Liter Wasser pro Quadratmeter sind bei dem Unwetter heruntergekommen. In der Innenstadt waren die Hauptverkehrswege rasch überflutet. Betroffen war etwa die Nordstraße. „Hier stand das Wasser gut 30 Zentimeter hoch“, schätzt Sascha Krumbach, der bei dem Regen alle Hände voll zu tun hatte. Denn der Pyrotechniker sammelte jede Menge Kennzeichen ein, die das Hochwasser von etlichen Autofronten abgerissen hatte. Wer sein Nummernschild vermisst, sollte bei Krumbach mal nachfragen.

Aber auch andere Verkehrswege standen unter Wasser, wie Feuerwehr-Sprecher Sebastian Draxl berichtet: In der City gab es Überschwemmungen auf der Linden- und Montanusstraße, in der Südstadt war die Kolpingstraße betroffen. „Auch in der Unterführung auf der Schanze war vollgelaufen“, sagt Draxl. Da derzeit viele Gullys mit dem Laub der Straßenbäume verstopft seien, hätten die Wassermassen nicht direkt abfließen können. Abgepumpt werden musste nur in wenigen Fällen: „Als wir eintrafen, war das Wasser bereits von selbst abgelaufen“, sagt Draxl.

Im Montanushof wurde ein Teil des Parkdecks überflutet, auch im Inneren des Einkaufs- und Freizeitzentrums habe das Wasser gestanden, schilderten Leser unserer Redaktion. Mehr als 20 Einsätze hatte die Feuerwehr gegen 18.20 Uhr gefahren. Bis dahin waren nur kleinere Schäden zu vermelden, wie Sebastian Draxl berichtet. So hätten etwa abgebrochene Äste von der Energiestraße geräumt werden müssen. Das Regenwasser sei auch in einige Keller von Wohnhäusern gelaufen – „aber nur wenige Zentimeter hoch“, schildert der Feuerwehrsprecher.

Besonders hart traf es das Team des Kultus-Cafés am Marktplatz. Stephan Wehlings und seine Crew hatten vor, am Donnerstag Abend mit dem ersten Open-Air-Livekonzert nach der Corona-Pause zu starten. Doch doch das Unwetter machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. „Plötzlich flogen Tische und Stühle umher, wir haben sofort abgebrochen“, sagt Wehlings.

Das Konzert wurde abgesagt, ebenso die für Freitag geplante Fortsetzung. „Die Wetter-Kapriolen sind unberechenbar geworden“, beklagt Stephan Wehlings. „Es hätte ein schöner Abend werden können. Doch jetzt strecken wir die Flügel, wir haben den Mut verloren.“ So lässt er auch offen, ob die für Ende August geplanten Open Airs stattfinden werden. „Eher mal nicht.“