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Grevenbroich: Umbaupläne für Allrather Kirche vorgestellt

Gotteshaus in Grevenbroich : Umbaupläne für Allrather Kirche vorgestellt

Im Inneren soll ein 90 Quadratmeter großer Multifunktionsraum integriert werden, auch eine „bewegliche“ Bücherei ist geplant.

Vorbei ist die Zeit, als nach einem Gebäudekonzept der Pfarreiengemeinschaft Vollrather Höhe der Allrather Kirche der Abriss drohte. Das Gotteshaus ist mittlerweile als Baudenkmal eingestuft, die Erhaltung ist gesichert. Größere Veränderungen stehen dennoch an. In einer Versammlung stellten jetzt Kirchengemeinde und Architekt die Umbaupläne vor. Das Interesse war groß: Etwa 200 Menschen kamen zu der Veranstaltung. In das Kircheninnere soll ein knapp 90 Quadratmeter großer Raum integriert werden, der ganz unterschiedliche Aufgaben erfüllen soll. Pfarrer Meik Schirpenbach betonte, dass die Allrather Pfarre mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle im Erzbistum einnehme. Das hat mittlerweile eine so genannte Vollplanungsgenehmigung erteilt.

Anlass für die Pläne: Die Pfarre St. Matthäus muss, wie andere Gemeinden auch, bei ihren Versammlungsflächen kräftig „abspecken“. Das Pfarrheim auf der anderen Straßenseite soll aufgegeben, das Grundstück vermarktet werden. „Wir beschreiten einen neuen Weg, der für die Pfarre nicht einfach ist, aber wir können das Pfarrheim nicht halten“, erklärt Hans-Bernd Zimmer, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes.

Im hinteren Bereich der Allrather Pfarrkirche soll der Multifunktionsraum zukünftig eine große Glasfront erhalten. Foto: Grafik: Architekturbüro Lenze + Partner Grevenbroich

Die Kunst ist nun, die bisherigen Nutzungen auf kleinerer Fläche zu ermöglichen. Die Lösung: In der Kirche soll im Bereich unter der Orgel „ein multifunktionaler, teilbarer Raum geschaffen werden, der zum Gottesdienstraum eine Glasfront mit großen Türen erhält“, erläutert Architekt Bernd Sokolowski vom Büro Lenze + Partner, der die Pläne in der Versammlung präsentierte. Vier Bankreihen müssen für den Umbau entfallen. Die Orgelempore soll über dem neuen Raum neu errichtet werden.

Was die Nutzung angeht, erweist sich die geplante Umbaufläche als „Tausendsassa“. „Als Pfarrsaal bietet der Raum mehr Platz als unser heutiger Saal“, erläutert Hans-Bernd Zimmer. „Bei Messen mit vielen Besuchern werden die Glastüren geöffnet, um die Fläche in den Gottesdienstraum einzubeziehen.“

Darüber hinaus ermöglicht eine mobile Trennwand die Aufteilung beispielsweise in einen Gruppenraum auf der einen und die Bücherei auf der anderen Seite. Diese ist bislang ebenfalls im Pfarrheim untergebracht. Der Clou: Die Bücherregale sollen auf Rollen beweglich sein. So können sie an die Seite geschoben werden, um in der Mitte Platz für anderes zu schaffen, oder sie können sogar vorübergehend in einen Abstellraum nebenan „gerollt“ werden. „Die Rollregale müssen ohne viel Kraft verschoben werden können“, betont Zimmer.

Umgebaut soll auch im Gebäudetrakt neben der Kirche, in dem sich heute unter anderem das Pfarrbüro befindet. Das ist laut Zimmer nur an einem Tag in der Woche geöffnet ist. Dort sollen künftig die Küche, Sanitäranlagen samt Behinderten-WC sowie ein Archivraum entstehen. Die Pfarrsekretärin soll künftig während der Öffnungszeit des Pfarrbüros, mit einem Laptop ausgestattet, an einem Schreibtisch im neuen Multifunktionsraum Platz finden.

Am Ende der Info-Versammlung in der Pfarrkirche fragte Pfarrer Meik Schirpenbach, wie die Besucher die Pläne sehen. „Die überwiegende Mehrheit bewertete das Projekt positiv“, berichtet Hans-Bernd Zimmer. Er erklärt: „Wir sind froh, dass wir eine Lösung gefunden haben, den Raumvorgaben des Erzbistums entsprechen zu können.“

Angaben zu den Umbau-Kosten macht die Allrather Kirchengemeinde nicht, „der genaue Aufwand muss noch ermittelt werden“, sagt der geschäftsführende Kirchenvorstandsvorsitzende. Das Vorhaben sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt.