Grevenbroich: Traditions-Skatturnier erfreut sich großer Beliebtheit

„Mauerbrüder“ verzeichnen wachsende Teilnehmerzahlen : Traditions-Skatturnier erfreut sich großer Beliebtheit

Das Neujahrsturnier des Wevelinghovener Skatclubs „Mauerbrüder“ hat Tradition – und es erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Rund 60 Freunde des ur-deutschen Kartenspiels fanden sich jetzt in der Kapellener „Ratsschänke“ ein, um gegeneinander  anzutreten. Es waren weit mehr Teilnehmer als Vorsitzender Wilhelm Heiderich gedacht hatte.

Kurt-Peter London aus Jüchen sammelte am Neujahrstag die meisten Punkte – 2.977  sollten ihm ein Preisgeld von 125 Euro einbringen. Für Horst Struck von den „Mauerbrüdern“   reichte es für den zweiten Platz. Natascha Nellißen vom Delrather Club „Herz Dame“ belegte Platz zehn – sie war damit die erfolgreichste Frau.

Im vergangneen Jahr hatten knapp 50 Skatspieler an dem Turnier teilgenommen. Jetzt waren es rund zehn mehr. Die Stimmung war gut, man kennt sich in der Szene und wie in vielen anderen Vereinen auch ist das Durchschnittsalter der „Mauerbrüder“ ziemlich hoch. „Wir bekommen keine jungen Mitglieder mehr, die spielen lieber im Internet“, klagte Wilhelm Heiderich. Einen kräftigen Händedruck, ein persönliches Gespräch, Witze wie „Ich hab’ dieses Jahr noch kein Spiel verloren“ – das alles gibt es nicht im Netz.

Unter den „Mauerbrüdern“ sind auch etliche „Mauerschwestern“ wie Suzi Neumann: „Ich stamme aus dem Münsterland und da spielt man entweder Skat oder Doppelkopf“, erklärte die 54-Jährige. Die Damen kommen nicht nur zu den Skatabenden des Vereins, sie treffen sich auch regelmäßig, um unter sich zu sein, gemeinsam Skat zu spielen. Josef Schönges war aus Glehn gekommen: „Ich spiele schon über 50 Jahre Skat“, erklärte der 75-Jährige, dessen ganz große Leidenschaft die Rassegeflügelzucht ist.

„Ich habe keine zu hohen Erwartungen“, hatte  Vorsitzender Wilhelm Heiderich vor der Veranstaltung zu verstehen gegeben. Kurz bevor es losging, musste er weitere Tische einrichten: Insgesamt waren 13 Vierer- und zwei Dreiertische erforderlich, damit waren die Organisatoren mehr als zufrieden.Die „Mauerbrüder Wevelinghoven“ waren vor zwei Jahren in die Oberliga aufgestiegen und sind jetzt denkbar knapp am Einzug in die Regionalliga gescheitert – es hatte genau ein Punkt gefehlt.

Neben Geld-, gab es beim traditionellen Neujahrs-Skat auch attraktive Sachpreise wie einen Frühstückskorb. Viele Spieler waren froh, der Feiertagsgemütlichkeit zu entfliehen. Die „Mauerbrüder“ würden sich freuen, wenn sich der eine oder andere Gast mal bei den Vereinstreffen sehen lassen würde: Man trifft sich jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat um 19 Uhr in der „Ratsschänke“ in Kapellen.

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