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Grevenbroich: Tarifvertrag für Kohle-Beschäftigte abgeschlossen

Strukturwandel in Grevenbroich : Tarifvertrag für Kohle-Beschäftigte abgeschlossen

Anfang Juli beschlossen Bundestag und Bundesrat den Kohleausstieg. Nun knüpften Arbeitgeber und Gewerkschaften ein Sicherheitsnetz für 10.000 vom Auslaufen der Kohleverstromung betroffene Arbeitnehmer.

Rund 10.000 Beschäftigte der RWE sind in Deutschland vom Auslaufen der Kohleverstromung betroffen. Für sie haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf einen Tarifvertrag geeinigt. Sie sprechen von einem „Sicherheitsnetz“. Laut einer Mitteilung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, IG BCE, sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Zudem werde RWE das staatliche Anpassungsgeld „substanziell aufstocken“. Hinzu kommt ein Maßnahmenpaket zur Qualifizierung von Arbeitnehmern.

In der Verhandlungskommission sei am frühen Freitagmorgen die Einigung nach zweitägigen Gesprächen erreicht worden. Der Vertrag habe eine Laufzeit bis Ende 2043. Der RWE Konzernbetriebsratsvorsitzende Harald Louis sagte: „Mit diesem klug ausbalancierten Tarifpaket haben die Beschäftigten nun allen Grund, wieder optimistisch in die Zukunft zu schauen.“

Neben dem grundsätzlichen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen verpflichtet sich RWE, das staatliche Anpassungsgeld (APG) auf mindestens 80 Prozent des jeweils letzten Nettoentgelts aufzustocken. Beschäftigte, die sich innerhalb von 14 Tagen für ein APG-Angebot entscheiden, erhalten zudem eine Ausgleichsprämie von 12.000 Euro brutto. Daneben soll eine Qualifizierungs- und Vermittlungsinitiative starten – konzernintern wie -extern. Die Kosten der Weiterbildung trage der Arbeitgeber. Es soll eine Transfergesellschaft geben, in die man für ein Jahr bei 80 Prozent der Bezüge wechseln kann. Hinzu kommt ein Paket für Abfindungen und zum Abbau von Personalüberhängen.