Grevenbroich: Tambourmajor Franz-Josef Müller gibt seinen Stab ab

Wechsel beim Tambourkorps „Erftklänge“ Gustorf-Gindorf : Tambourmajor wird wieder Trommler

Franz-Josef Müller stand 13 Jahre lang an der Spitze des Tambourkorps „Erftklänge“. Jetzt legt der 49-Jährige sein Amt in jüngere Hände.

Hans Voigt, Präsident der Gustorfer Bürgerschützen, hatte mit den Tränen zu kämpfen, als er diese Nachricht unlängst im voll besetzten Festzelt der Gindorfer Sebastianer kundtat: Franz-Josef Müller, Major des Tambourkorps „Erftklänge“ Gustorf-Gindorf, wird seinen „Küs“ abgeben und in die zweite Reihe zurücktreten. 13 Jahre lang stand der 49-Jährige an der Spitze des Spielmannszuges, er war das „Gesicht“ des rund 40 Mitglieder starken Korps.

Franz-Josef Müller ist seit vielen Jahren das „Gesicht“ des Tambourkorps „Erftklänge“ Gustorf-Gindorf. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Aus der Taufe gehoben wurden die „Erftklänge“ am 21. Oktober 1980, dem Geburtstag des Gründers Peter Kaiser („Kaisisch Männ“). Franz-Josef Müller war noch nicht dabei, als die Geburtsstunde des Korps in der ehemaligen Discothek „Don Quichotte“ schlug – aber schon wenige Wochen später schloss er sich der noch jungen Gemeinschaft an. Der gebürtige Wevelinghovener, der in den 70er Jahren mit seinen Eltern nach Gindorf zog, spielte zunächst die kleine Marschtrommel, später marschierte er mit Armeetrommel in der ersten Reihe des Korps.

Und nicht nur das: 17 Jahre lang war er zweiter Tambourmajor der „Erftklänge“, bis er 2005 in die erste Reihe aufrückte und das Amt von Josef Steinhäuser übernahm. Als musikalischer Leiter des Korps legte Franz-Josef Müller großen Wert auf die Ausbildung der Gustorfer und Gindorfer Spielleute. „Vor allem die Jugendlichen lagen mir am Herzen, die den Nachwuchs und die Zukunft des Korps bilden“, sagt er. Und Müller ist stolz auf seine Truppe: „Als Tambourmajor ist man zwar das Aushängeschild – aber das Nonplusultra sind die Spielleute. Ohne die ist man gar nichts.“

Viele Stunden seiner Freizeit investierte Franz-Josef Müller, der beruflich als Schichtverantwortlicher bei Hydro Aluminium arbeitet, in das Tambourkorps, das von Anfang Mai bis Ende September nahezu an jedem Wochenende im Einsatz ist. Als Höhepunkte seiner Amtszeit nennt er die Inszenierung des Großen Zapfenstreichs zum 150-jährigen Bestehen des Bürgerschützenvereins Gustorf – und das Königsspiel, das er in Gindorf mit seiner Frau Steffi übernahm. Überhaupt Steffi: Die hielt ihm in all den Jahren den Rücken frei, auch weil sie das Hobby ihres Ehemanns teilt. Sie spielt Flöte bei den „Erftklängen“.

„Er hat das Korps immer zusammengehalten und viel Zeit für die Gemeinschaft geopfert“, sagt Vorsitzender Helmut Deckmann über „seinen“ ersten Tambourmajor, der nun seinen Rücktritt angekündigt hat. „Ich werde bald 50 Jahre alt, da sollte man ruhig auch mal jüngere Leute zum Zuge kommen lassen“, begründet Franz-Josef Müller seinen Entschluss. Die Nachfolger stehen bereits fest: Andreas Sterken (32), bislang zweiter Major, wird künftig das Tambourkorps anführen. Sein Stellvertreter wird Mario Bochinsky, Jahrgang 1993. Der Tambourstab wird offiziell im Rahmen des Frühkonzertes beim Gustorfer Bürgerschützenverein am 23. September übergeben.

Seinem adrett auftretenden Korps will Franz-Josef Müller weiterhin die Treue halten. „Ich werde zurück an die Trommel kehren“, sagt der 49-Jährige. Er schließt aber nicht aus, dass er bis zur Stabübergabe noch hin und wieder an der Spitze der „Erftklänge“ zu sehen sein wird.