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Grevenbroich: Stundenlanger Kampf um ein Katzenbaby

Dramatischer Einsatz in Hemmerden : Stundenlanger Kampf um ein Katzenbaby

Fünf Stunden lang kämpften Feuerwehr, Tiernotruf und weitere Helfer um das Leben einer kleinen Katze. Sie war in einen Regenabfluss einer Lagerhalle gestürzt und konnte sich mehr selbst befreien. Der Einsatz hatte ein Happy End.

Es war eine dramatische Rettungsaktion, die sich am Mittwoch in einem Warenlager der Varius-Werkstätten abspielte. Fünf Stunden lang kämpften Kräfte der Grevenbroicher Feuerwehr, unterstützt vom Tiernotruf Düsseldorf und von Mitarbeitern des Unternehmens, um das Leben eines Katzen-Babys. Das Jungtier war vermutlich durch einen Regenablauf auf dem Dach in ein Abflussrohr gestürzt und konnte sich von dort nicht mehr befreien. In der späten Dämmerung gelang es den Rettern schließlich, das zerzauste Kätzchen aus einem der Regenablaufrohre unter dem Boden einer Lagerhalle zu ziehen.

Am Mittwochnachmittag hatten Beschäftigte der Werkstätten das jämmerliche Mauzen einer Katze gehört. Auf der Suche nach der Quelle des lauten Wehklagens stellten sie fest, dass das Geräusch offenbar durch Regenfallrohre in der Halle aus dem Boden drang. „Wir haben dann die Rohre demontiert, konnten das Tier aber weder lokalisieren noch befreien“, sagt Andreas Doering, Betriebselektriker des Unternehmens. Um 15.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert.

 Sascha Quaty (Mitte), Tierrettungsexperte der Grevenbroicher Feuerwehr, und Stefan Bröckling (l.) vom Tiernotruf Düsseldorf versuchen das Katzenbaby mit einer Videosonde zu lokalisieren.
Sascha Quaty (Mitte), Tierrettungsexperte der Grevenbroicher Feuerwehr, und Stefan Bröckling (l.) vom Tiernotruf Düsseldorf versuchen das Katzenbaby mit einer Videosonde zu lokalisieren. Foto: Staniek, Dieter
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Mit einer Kamera-Sonde versuchten die Einsatzkräfte zunächst vergebens, das kleine Tier in dem stark verzweigten Rohrsystem zu finden, das unter dem Hallenboden zum Hauptregenabfluss des Hauses in den Kanal führt. „Unsere Technik dient im Normalfall dazu, in Hohlräumen nach Brandnestern zu suchen“, berichtet Sascha Quaty, Experte für Tierrettungen bei der Grevenbroicher Feuerwehr. „Wir haben daraufhin einen externen Experten mit Spezialgerät zur Unterstützung hinzugezogen.“

 Am Abend konnte das Kätzchen aus dem Rohr befreit werden.
Am Abend konnte das Kätzchen aus dem Rohr befreit werden. Foto: Staniek, Dieter

Gemeinsam mit Stefan Bröckling vom ehrenamtlichen Tiernotruf Düsseldorf und unterstützt von Mitarbeitern der Werkstätten suchten die Helfer mit speziellen Kanalkameras das ausgedehnte Rohrsystem unter der Halle ab. „Verzweigungen in Rohrästen, in denen das Katzenkind nicht gefunden wurde, wurden blockiert. So konnten die Retter den Bewegungsraum des Tierbabys schließlich auf einen rund 20 Meter langen Rohrabschnitt beschränken, der quer unter der Lagerhalle zu einem Ablauf außerhalb des Gebäudes führte“, schildert Feuerwehrsprecher Thomas Kuhn das Vorgehen. Gerettet war das Tier damit aber noch lange nicht.

Das Kätzchen entwischte immer wieder seinen Rettern, schlüpfte an Rohrsystemen vorbei oder huschte stets dann ans entgegengesetzte Leitungsende, wenn die Helfer versuchten, es in die andere Richtung zu locken. „Stundenlang drang so kaum mehr als das anhaltende, jammernde Miauen des Tieres aus den zahlreichen, mittlerweile geöffneten Rohreinlässen im Boden der Lagerhalle“, sagt Kuhn.

 Geschafft: Die kleine Katze kurz nach ihrer Rettung.
Geschafft: Die kleine Katze kurz nach ihrer Rettung. Foto: Staniek, Dieter

Gegen 20 Uhr konnte die kleine Katze endlich in einem engen Rohrstück knapp außerhalb der Halle lokalisiert werden. Versuche, dem Tier zunächst mit einem langen, schmal geschnittenen und ins Rohr geschobenen Stück Teppich den Weg ins Freie zu ermöglichen, schlugen allerdings fehl. Erst als Bröckling und Quaty ein mehrere Meter langes, grobmaschiges Stück eines Vogelschutznetzes mithilfe einer Kamerasonde an dem Tier vorbei tief in das Abflussrohr schieben konnten, fand das Katzenbaby daran Halt und ließ sich von den Rettern aus dem Rohr ziehen – „quasi auf die Minute genau fünf Stunden nach dem Alarm“, sagt Kuhn.

Nachdem die kleine Katze in einer Transportbox etwas zur Ruhe gekommen war, konnten die Feuerwehrleute das kleine, zerzauste, augenscheinlich aber nicht verletzte Tier in die Wache an der St.-Florian-Straße bringen, um es dort mit Futter und Wasser zu versorgen. Mittlerweile hat das Kätzchen – offenbar ein Streuner – ein neues Zuhause bei einer Familie gefunden.