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Grevenbroich: Strukturwandel mit Glasfasernetz und Luft-Taxi

Statt Gigawatt zukünftig Gigabyte : Strukturwandel mit Glasfasernetz und Luft-Taxi in Grevenbroich

Mittelstands- und Wirtschaftsunion informiert über Infrastruktur und Mobiliät im Rahmen einer Diskussionsreihe.

In einem Punkt waren sich Dirk Gütte, Gerhard Guderhan und Wolfgang Baumeister einig: Der Strukturwandel im Rheinischen Revier kann nur gelingen, wenn nach Lösungen gesucht wird, die von einem gesellschaftlichen Konsens getragen werden.

Mit dem Strukturwandel im Rheinischen Revier beschäftigte sich der Regionalverband Korschenbroich-Jüchen-Grevenbroich der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) im Rahmen einer Informations- und Diskussionsreihe. Nach dem Auftakttreffen im November stand bei der zweiten Veranstaltung das Thema „Infrastruktur und Mobilität“ im Mittelpunkt. Der MIT-Vorsitzende Stephen Haines begrüßte die Teilnehmer im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich. Drei Ansätze präsentierten dabei die Referenten: Kreisdirektor Dirk Brügge, Leiter des Revierknotens „Infrastruktur und Mobilität“, Gerhard Gudergan, Geschäftsführer der Metropolitan Cities MC in Aachen, Wolfgang Baumeister, Geschäftsbereichsleiter Verkehr und Infrastruktur der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, und Hendrik Koch, Projektmanager der mobilité Unternehmensberatung in Köln.

Brügge spricht beim Strukturwandel von einer angestrebten „Modellregion Gigabyte“, in der Digitalisierung, erneuerbare Energien und Elektromobilität vorherrschen. Viel könne im Bereich der Forschung geschehen. Eine vernünftige Infrastruktur für die Wertschöpfun, könne nur gelingen, wenn definiert werde, wo Gewerbe- und Industriegebiete entwickelt und wie diese erschlossen werden. Damit seien nicht nur Straße und Schiene, sondern auch ein Glasfasernetz gemeint. Zudem müsse die Region für eine Wasserstoffinfrastruktur sorgen. „Zukünftig stehen uns Räume zur Verfügung, die jetzt noch durch Kraftwerke und Tagebaue nicht nutzbar sind.“ Dann seien auch vernünftige S-Bahn-Verbindungen möglich auf Trassen, die derzeit durch den Tagebau nicht machbar seien. In die Mobilität per Schienen könnte auch die RWE-Trasse eingebunden werden.

Aus einem anderen Blickwinkel kommt Gudergan zu fast übereinstimmenden Ergebnissen bezüglich der Mobilität. Er arbeitet an einer Mobilitätsstruktur für die Modellregion Rhein-Ruhr, auch im Hinblick auf eine Bewerbung für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2032 in der Region. Im Rheinischen Revier entstehe ein Raum für echte Innovationen, durch die die Region ein attraktiver Standort bleiben könnte. Dafür müssten einige große Wenden bewältigt werden, darunter die Mobilitäts-, Energie, Gesundheits- und Produktionswende. Beispielhaft machte Gudergan deutlich, was er darunter versteht. So können es so genannte Mobilitäts-Hubs am Innenstadtrand geben, an denen Verkehrsmittel gewechselt werden –oder auch ein Luft-Taxi. „Wie bleiben wir ein attraktiver Standort?“, fragte Gudergan, um selbst die Antwort zu geben: „Die Logistik muss stimmen, eine Versorgungs- und Ladestruktur aufgebaut und die Elektromobilität gefördert werden.“

Baumeister stellte am Beispiel einer Paketzustellung „auf der letzten Meile“ dar, dass sich in der Zukunft etwas ändern müsse. Durch Paketdienste vollgestopfte Innenstädte sorgen für Staus und übermäßigen Schadstoffausstoß. Die Zustellung wird noch gewaltig zunehmen, allein für Krefeld geht die IHK nach einer Studie von jetzt rund neun Millionen auf rund elf Millionen Pakete pro Jahr aus. Als mögliche Lösung schlägt Baumeister Mikro-Depots vor. Zentrale Stellen, an denen die unterschiedlichen Zustelldienste die Pakete abliefern, von denen sie etwa mit Lastenfahrrädern in die Innenstädte zum einzelnen Empfänger gebracht würden. Das spare Zeit, Energie und vermeide Stau und Stress. „Das ist eine Chance für die Umwelt und eine Chance für den Verkehrsraum.“
Was Mobilitäts-Hub und Mobilitätspark für den Menschen sein könnten, wäre ein Paket Mikro-Depot für den Paketdienst. Insofern ähneln sich die Ideen zu Mobilität.

Info Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Informations- und Diskussionsreihe findet am Dienstag, 3. März, um 18.30 Uhr im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich statt. statt. Das Thema lautet „Bürgerbeteiligung zwischen idealistischen Ansprüchen und wirtschaftlichen Interessen – zwei Seiten einer Medaille?“