Grevenbroich: Steht der Gratis-Bus vor dem Aus?

Keine Sponsoren gefunden : Steht der Gratis-Bus in Grevenbroich vor dem Aus?

Ist die Idee von einem Gratis-Busverkehr in Grevenbroich endgültig vom Tisch? Diesen Eindruck hat Claus Schäfer von der „Schlaubus“-Initiative. Nachdem 2017 ein Versuchsballon gestartet wurde, hat sich in der Sache nichts mehr getan.

Der Öffentliche Personennahverkehr ist ein Thema der „Zukunftskonferenz 2030“, die sich Ende des Monats mit dem Leitbild für die Stadt beschäftigen wird. Schäfer hatte sich zur Teilnahme angemeldet, erhielt aber die Nachricht aus dem Rathaus, dass er nicht dabei sein wird. Die Teilnehmer aus der Bürgerschaft seien ausgelost worden – und er sei nicht unter den „Gewinnern“. Ihm sei gar nicht bewusst gewesen, dass er an einem Losverfahren teilgenommen habe. „Vielmehr bin ich davon ausgegangen, dass ich für die Konferenz meine Expertise als Soziologe im Bereich ,Entwicklung des ÖPNV’ einbringen könnte – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt in Sachen ,Schlaubus’ ein positives Echo gefunden hat“, sagt Schäfer.

Der Südstädter stellt sich nun die Frage, ob der Gratis-Busverkehr überhaupt noch gewollt ist. Im September 2017 hatte er mit der Stadt einen Testlauf gestartet, zwei Mal fuhren Busse kostenlos zum Feierabendmarkt. Die Aktion, die von Bürgermeister Klaus Krützen unterstützt wurde, traf auf ein großes Medienecho. Doch seitdem ist es ruhig geworden, sagt Schäfer: „Auch auf mehrmalige Nachfragen zeigte die Stadt keine Bereitschaft, den ,Schlaubus’ weiter zu den Feierabendmärkten fahren zu lassen. Anfragen beim Stadtmarketingverein zur Sponsorensuche blieben weitgehend unbeantwortet.“ Laut Stadtsprecher Stephan Renner scheiterte die Zusammenarbeit mit der Initiative an Sponsoren für den Gratis-Bus – „sie waren nicht ausreichend vorhanden“, sagte er auf Nachfrage.

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Schäfer sieht im „Schlaubus“ nach wie vor ein Mittel, um die Stadt zu beleben. Zudem müsse in Sachen Strukturwandel über neue ÖPNV-Konzepte nachgedacht werden. Als Beispiel nennt er einen Schnellbus, der von Grevenbroich über Neuss nach Düsseldorf pendeln sollte – „angesichts der täglichen Staus auf der Autobahn 46 ist er dringend nötig“.

(wilp)