Grevenbroich: Stadtpark wird neu gestaltet

Grüne Lunge in Grevenbroich wird neu gestaltet: Gärtner bringen Licht in den Stadtpark

Die Neugestaltung geht in die zweite Runde. Am Freitag wurden Büsche und Sträucher gerodet sowie ehemalige Sichtachsen wiederhergestellt. Bis 2020 soll der Park wieder so aussehen wie zur Zeit der Landesgartenschau 1995.

Alles andere als ruhig ging es am Freitag im Stadtpark zu. Minibagger, Motorsägen und Radlader waren im Einsatz, um die grüne Lunge der Innenstadt wieder auf Vordermann zu bringen. Am frühen Morgen startete der zweite Abschnitt des Sanierungs-Projekts, mit dem das stark verwilderte Gelände wieder in seinen Zustand von 1995 versetzt werden soll. Damals gehörte der Park zu den Schmuckstücken der Landesgartenschau.

Vor einem Jahr wurde der Förderverein für den Stadtpark gegründet – und er hat mit vielen Akteuren bereits eine Menge geschafft. Das Areal in der Nähe der Humboldt-Gesamtschule wurde im Frühjahr freigeschnitten und teilweise neu bepflanzt. „Der gesamte Bereich ist viel lichter geworden, man fühlt sich dort direkt wohler“, sagt Vorsitzender Johannes Haas. Ziel ist es, den Stadtpark bis 2020 offener zu gestalten – mit größeren Rasenflächen und freien Sichtachsen. Also genau so, wie er vor 23 Jahren einmal war.

Damit nun auch der zweite Abschnitt in die Gänge kommt, hatten zwei Grevenbroicher Unternehmen den freien Brückentag geopfert. Die Landschaftsgärtner Uwe Trippel und Alexander Fonken stellten sowohl Arbeitskräfte als auch Geräte kostenlos zur Verfügung, um sich für die gute Sache einzusetzen. Im Visier hatten die Experten insbesondere die Kirschlorbeer-Sträucher, die sich in den vergangenen Jahren extrem breit machten und so manches andere Gesträuch meterhoch überragten. Schon nach einer knappen Stunde stellte sich der erste Erfolg ein: eine alte Sichtachse zur City-Kirche St. Peter und Paul wurde wiederhergestellt. Und auch ein Wasserbecken, das den Blicken bisher verborgen war, ist auf einmal wieder zu sehen.

Die wuchtigen Kirschlorbeer-Sträucher bildeten so etwas wie ,Höhlen’, die in der Vergangenheit gerne auch als Drogenumschlagplätze genutzt wurden. Von der lichteren Gestaltung der Anlage erhoffen sich die Akteure, dass der Park künftig unattraktiv für zwielichtige Gestalten wird. „Wir wollen ihn so herstellen, dass er von Spaziergängern und Erholungssuchenden wieder gerne genutzt wird“, sagt der Landschaftsarchitekt Bernd Franzen, der den Förderverein berät.

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Da es der Stadt in den vergangenen Jahren an Geld für die Pflege des Parks fehlte, wird die citynahe Anlage nun so gestaltet, dass sie relativ unkompliziert auf Vordermann gehalten werden kann. Blumenfächer, wie es sie einmal in der Nähe des Museums gab, werden aus diesem Grund nicht mehr angelegt. Dennoch wird es künftig saisonal viele bunte Farbtupfer auf dem Gelände geben – dafür werden Rhododendren, Forsythien, Blutjohannisbeeren und Kolkwitzien sorgen.

„Mehr Licht ins Dunkel“ ist das Motto der Neugestaltung – und die heimischen Gartenbaubetriebe sind begeistert mit der von der Partie. „Obwohl wir derzeit die Arbeit Oberkante stehen haben, machen wir gerne mit – um etwas für die Stadt und die Gemeinschaft zu tun“, sagt Uwe Trippel. Dem stimmt Alexander Fonken zu. Für ihn sei der Stadtpark „eine Herzensangelegenheit“ – es gehe um den Erhalt eines schönen Stücks Grevenbroich.

Im nächsten Frühjahr wird der dritte Abschnitt des Projekts Stadtpark in Angriff genommen – dann wird es weiter in Richtung Museum gehen. 2020 – rechtzeitig zum 25. Jahrestag der Landesgartenschau – wollen die Akteure fertig sein und das Werk mit einer Jubiläums-Veranstaltung feiern. Danach werde der Förderverein aber seine Hände nicht in den Schoss legen, sagt Schriftführer Heinz Kaufmann. „Auch über dieses Datum hinaus werden wir weitermachen.“

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