Automatische Ausleihe und Rückgabe rund um die Uhr Stadtbücherei verbessert Kunden-Service

Grevenbroich · Die Stadtbibliothek arbeitet an einer Verbesserung ihres Kundenservices: Ab dem nächsten Frühjahr sollen die Leser ihre Bücher dort selbst verbuchen und rund um die Uhr zurückgeben können. Damit ist weniger Aufwand für die Mitarbeiter verbunden, die sich künftig mehr auf die Beratung der Grevenbroicher Literaturfreunde konzentrieren sollen.

 Die stellvertretende Kulturamtsleiterin Elke Wowra (r.) mit Bücherei-Chefin VahideCinar in der Bibliothek auf der Stadtparkinsel.

Die stellvertretende Kulturamtsleiterin Elke Wowra (r.) mit Bücherei-Chefin VahideCinar in der Bibliothek auf der Stadtparkinsel.

Foto: Wiljo Piel/wilp

Mit drei Vollzeitkräften und einer 15-Stunden-Kraft ist die Bibliothek personell nicht gerade üppig ausgestattet. „Im Vergleich zu anderen Büchereien in NRW ist das sogar äußerst wenig“, sagt die stellvertretende Kulturamtsleiterin Elke Wowra. Da hätten’s die Kollegen in Herten besser. Die Ruhrpott-Stadt, die in etwa so groß wie Grevenbroich ist, beschäftige 18 Bibliothekare, zwölf Fachangestellte und vier Hilfskräfte in ihrer Bücherei.

Da in Grevenbroich von solchen Zahlen nur geträumt werden kann, heißt es hier, mit wenig Personal das Bestmögliche herauszuholen. Und da kommt die Selbstausleihe ins Spiel. In Kürze werden zwei Automaten-Terminals installiert, an denen die Kunden sowohl Bücher als auch DVDs und CDs selbst verbuchen und sie an einer Klappe neben der Eingangstür rund um die Uhr zurückgeben können. Dafür werden zurzeit alle 35.000 Medien mit einem Chip versehen.

„Damit hat unser Personal künftig mehr Freiräume, um sich um die Kunden der Stadtbücherei zu kümmern“, sagt Kulturdezernent Michael Heesch. Das sei wichtig, denn: „Eine moderne Bibliothek lebt nicht davon, dass die Leute hinter der Kasse stehen.“ Der neue Service kostet rund 65.000 Euro und wird zu 80 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen bezuschusst.

„Da andere Städte in der Umgebung einen solchen Service zum Teil schon seit Jahren anbieten, wird er seit einiger Zeit auch in Grevenbroich stark nachgefragt“, sagt Elke Wowra. Sie sei daher froh darüber, dass nun auch die Bibliothek auf der Stadtparkinsel mit der erforderlichen Technik ausgerüstet wird. Damit würden Freiräume erschlossen, die Mitarbeiterinnen könnten sich künftig mehr um die Beratung der Kunden kümmern. Etwa an einem zusätzlichen Service-Punkt, der auf der ersten Etage eingerichtet werden soll – dort, wo die Kinder- und Jugendbücher stehen.

Und noch ein weiteres Projekt ist für das kommende Jahr geplant: Das Tiefparterre soll zu einem Raum umgebaut werden, in dem sich Schüler für das Arbeiten und Lernen in Ruhe zurückziehen können. „Wir werden diese Fläche gemütlich einrichten und mit digitalen Geräten ausstatten“, schildert Wowra.

Die Stadtbücherei hat aktuell rund 2000 Kunden, die jährlich etwa 70.000 Medien ausleihen. Gerne wird die Bibliothek auch an Sonntagen besucht, das hat eine vor der Corona-Pandemie gestartete Pilotphase gezeigt. Es sei allerdings schwierig, diese Sonderöffnungszeiten mit einem geringen Personalbestand zu realisieren“, meint Elke Wowra. Ganz vom Tisch ist Sonntags-Bücherei aber nicht. „Abwarten, wie sich automatische Ausleihe und Buchrückgabe entwickelt – dann werden wir weitersehen.“