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Grevenbroich: Stadt will Radar-Anhänger mieten

Immer mehr Beschwerden über Raser : Stadt Grevenbroich will Radar-Anhänger mieten

Weil sich immer mehr Bürger über Raser beschweren, will die Stadt einen Radar-Anhänger mieten. Er soll auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen eingesetzt werden, wenn der Radarwagen in der Garage steht.

Die Stadt will künftig neben ihrem Radarwagen auch einen Mess-Anhänger für Tempo-Kontrollen einsetzen. Bürgermeister Klaus Krützen wird dem Rat am Donnerstag vorschlagen, eine solche Anlage zunächst für zwei Jahre zu mieten. Danach soll über einen Kauf entschieden werden.

Der Ruf nach mehr Geschwindigkeitskontrollen werde im Stadtgebiet immer lauter, sagt Rathaussprecher Stephan Renner. Um auf Bürger-Beschwerden besser reagieren zu können, soll nun eine sogenannte „semistationäre Anlage“ angeschafft werden. Hierbei handelt es sich um einen Anhänger, der an bereits vorhandenen oder neu eingerichteten Messstellen aufgestellt werden kann. Er ist mit zwei Kamera-Systemen ausgerüstet, die Tempo-Verstöße in beiden Fahrtrichtungen gleichzeitig erfassen können.

Der Vorteil: „Mit Hilfe dieser Station können Streckenabschnitte während eines Zeitraums von bis zu sieben Tagen überwacht werden – etwa Schulwege, Tempo-30-Zonen oder Unfallschwerpunkte.“ Zudem blitze der Kasten auch zu Zeiten, wenn der Radarwagen üblicherweise in der Garage steht – in den Nachtstunden sowie an Sonn- und Feiertagen. „Wir können damit flexibler reagieren“, betont Renner.

Die Stadtverwaltung hatte schon im Frühjahr versucht, der Politik eine solche Anlage schmackhaft zu machen. Sie war damals aber am Kaufpreis von rund 250.000 Euro gescheitert, der der damaligen Ratsmehrheit von CDU, UWG und FDP zu hoch erschien. Jetzt, bei neuen Mehrheiten, probiert es die Verwaltung noch einmal. Sie schlägt den Politikern aber keinen Kauf, sondern eine Miete vor.

Ein zweijähriger Einsatz des Kastens würde der Stadt knapp 182.500 Euro kosten. „Bei angenommenen 200 Einsatztagen und einer Erfassung von 40 Geschwindigkeitsverstößen pro Tag würden in einem Jahr zusätzlich 8000 Ordnungswidrigkeiten erfasst werden“, so der Bürgermeister. Bei einem Bußgeld von durchschnittlich 15 Euro wären damit Mehreinnahmen von 120.000 Euro verbunden. „Nach zwei Jahren könnte sich die Investition somit amortisiert haben“, meint Krützen.

Um festzustellen, ob diese Prognose eintritt, soll das Gerät zunächst für zwei Jahre gemietet und auf den Grevenbroicher Straßen eingesetzt werden. „Im Anschluss soll darüber beraten werden, ob wir diese Anlage erwerben sollen“, sagt Stephan Renner. Nach zwei Jahren könnten 55 Prozent des bereits geleisteten Mietpreises auf einen möglichen Kauf angerechnet werden.

Der Rhein-Kreis setzt bereits seit längerem ein solches „Semi-Radar“ ein – und ist zufrieden: „Damit können wir flexibel auf Raser reagieren“, sagt Sprecher Benjamin Josephs.