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Grevenbroich: Stadt will Hochschule für Cyber-Sicherheit

Vorschläge für den Strukturwandel im Rheinischen Revier : Stadt will Hochschule für Cyber-Sicherheit

Ein Kompetenzzentrum für Recycling, eine Hochschule für Cyber-Security und eine Batteriezellen-Fabrik – das sind nur einige von mehreren Projekten, mit denen die Stadt den Strukturwandel stemmen will. Bürgermeister Klaus Krützen wird dem Hauptausschuss am Donnerstag eine Übersicht auf die Vorhaben geben.

Einige Beispiele aus der insgesamt acht Seiten starken Vorlage, die den Politikern auf den Tisch gelegt wird:

Recycling In Frimmersdorf soll ein vier Hekar großes Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Baugewerbe entstehen. Im Oktober 2021 wird das Kraftwerk komplett stillgelegt, die beim Abbruch anfallenden Materialien sollen vor Ort recycelt und für neue Einsatzmöglichkeiten aufbereitet werden. Dafür konnte ein Projektpartner aus der Bau- und Immobilienbranche gewonnen werden, so Krützen. Das Unternehmen habe in Zusammenarbeit mit einer Ruhrgebiets-Universität innovative Verfahren entwickelt, die in Frimmersdorf im großen Maßstab angewandt und in einem Forschungsverbund weiterentwickelt werden sollen. Der Vorteil: Mit dem Projekt könne schon zeitnah begonnen werden, da die ersten Rückbau-Aktionen bereits gestartet seien. Ziel ist es, auf dem Gelände möglichst schnell viele Flächen für die Ansiedlung neuer Gewerbe- und Industriegebiet zu schaffen. Zwischen 45 und 50 Hektar könnten künftig zur Verfügung stehen – für „vorsichtig geschätzt rund 1500 neue Arbeitsplätze“.

Cloud City ist der Titel eines weiteren Projekt-Vorschlags, mit dem sich die Stadt an den aktuellen Förderaufrufen der Zukunftsregion Rheinisches Revier (ZRR) beteiligt hat. Die Idee: Auf dem Kraftwerks-Gelände in Frimmersdorf soll eine Hochschule aus dem Bereich „Cyber- und Software-Sicherheit“ angesiedelt werden. „Das ,Rheinische Institute of Technology’ kann den Lehrbetrieb mit einer ersten Gruppe Studierender ab dem Wintersemester 2020/21 aufnehmen“, so Klaus Krützen. Die für diesen ersten Schritt erforderlichen Räume sollen auf der Stadtparkinsel zur Verfügung gestellt werden. Eine perspektivisch geplante Hochschule in Frimmersdorf könne das Profil des Reviers als Standort für Wissenschaft und Forschung stärken, meint Krützen. Und: Im Zuge des Ausbaus von Lehrstühlen und Instituten – auch an citynahen Standorten – würden Handel und Gastronomie von Studierenden und Mitarbeitern profitieren.

Mobilität 2.0  Die Stadt strebt einen multimodalen Ausbau der Bahnhaltepunkte an – insbesondere in Frimmersdorf und Gustorf, aber auch in Kapellen und Stadtmitte. Die Stationen sollen mit Angeboten aus der E-Mobilität, mit Bus-Stationen sowie größeren P+R-Anlagen ausgerüstet werden – so wird etwa der Bau eines Parkdecks an der Merkatorstraße vorgeschlagen. Großes Mobilitäts-Ziel ist das S-Bahn-Netz Rheinisches Revier mit Anbindungen an Düsseldorf, Köln und perspektivisch Aachen sowie einem Knotenpunkt in der Stadt Grevenbroich.

Batteriezellen Das Rheinische Sixpack hat mit einem Projektentwickler im Namen eines internationalen Konsortiums eine mögliche Batteriezellfertigung im Rheinischen Revier thematisiert. „Das Projekt befindet sich in der weiteren Sondierungsphase“, so Krützen. „Auch im Hinblick auf die zu erwartenden Personalreduzierungen bei Hydro entwickeln sich Überlegungen bezüglich eines möglichen Standorts“.

Huminstoff Die Firma Humintech plant den weiteren Einsatz ihres international gefragten Bodenverbesserers auf Basis von Braunkohle. Durch Huminstoff-Forschungsprojekte in Grevenbroich sollen künftig Geschäftsfelder wie Medizin, Kosmetik und Umweltanwendungen erschlossen werden.

(wilp)