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Grevenbroich: Stadt startet Ferienaktion extra wegen Corona

Zur Unterstützung von Kindern und Familien : Stadt Grevenbroich startet Ferienaktion extra wegen Corona

An der Wilhelm-von Humboldt-Gesamtschule läuft eine vom Land geförderte Aktion nach extrem kurzer Vorbereitung. Rund 300 Jungen und Mädchen nehmen Teil. Im Vorjahr waren es 500.

Auch in den Sommerferien ist in vielen Schulen der Stadt einiges los. Rund 300 Jungen und Mädchen nehmen im Rahmen der offenen Ganztagsbetreuung an den Ferienprogrammen in den zehn Grundschulen teil. Bislang in Grevenbroich einzigartig ist eine vom NRW-Bildungsministerium geförderte Sommerferienaktion mit 15 Fünft- und Sechstklässlern an der Wihelm-von-Humboldt-Gesamtschule in Orken. Die Stadt hofft, dass das Landesprogramm auch auf die Herbstferien ausgeweitet wird – und dass die Schulen künftig mehr Zeit haben, das Ferienangebot zu organisieren.

„Wir haben von der Politik den Auftrag erhalten, dass wir uns für die NRW-Ferienprogramme bewerben“, erläutert Erster Beigeordneter Michael Heesch beim Besuch der Ferienaktion in der Gesamtschule. Den Antrag gestellt hatte die FDP-Fraktion. Mit Blick auf die Corona-Pandemie und die Schul-Schließungen hatte das Bildungsministerium die Ferienprogramme zur Unterstützung von Kindern und Familien aufgelegt. Die Aktionen sollen die übrigen Angebote ergänzen.

Auf die Frage, ob das Programm den Kindern gefällt, gingen ganz viele Daumen in die Höhe. Foto: Carsten Sommerfeld

75 Millionen Euro stehen als Zuschuss für Kommunen und Schulträger bereit. Ein Problem aus Sicht der Stadt: Die Richtlinien für das Programm stammen vom 25. Juni, dem vorletzten Schultag vor den Sommerferien. „Die Zeit, ein Ferienprogramm auf die Beine zu stellen, war ultra-kurz. Doch es ist gelungen“, erklärt Heesch, er spricht Richtung Düsseldorf vom „Hinweis, es künftig besser zu machen“. „Wir denken, dass es viele Eltern gibt, die wegen Corona Urlaubspläne aufgeben mussten oder die ihre Urlaubstage bereits genutzt haben, um während der Schulschließung zu Hause bei ihrem Kind zu sein“, erklärt Angelika Claaßen vom Ganztagsträger SalzZ, der die Nachmittags-Arbeitsgemeinschaften in der fünften und sechsten Stufe der Gesamtschule und nun auch das Ferienprogramm betreut. „Doch wir hatten nur wenige Tage, die Eltern über das neue Angebot zu informieren.“ Bedarf sieht auch Schulleiterin Julia Herzberg. „Viele Kinder haben während der Schulschließung den Kontakt zu Freunden vermisst, aber auch den gewohnten strukturierten Schulalltag.“

Gelernt wird bei der dreiwöchigen Aktion nicht. Sport und Bewegung vom Völkerball bis zum Tanzen gehören zum Programm sowie Kreatives wie Acryl-Malerei und Steine und Skulpturen bemalen. Aus ausgedienten Stiften und Pappmaché wurden kleine Kunstwerke – Eishörnchen etwa oder ein Mini-Elefant.

Kicker- und Tischtennisturniere stehen an, ebenso Ausflüge etwa zur Kletterspinne und zum Kletterpark an der Skihalle in Neuss. Bei der Frage, wie die Ferienaktion ankommt, gehen bei den Gesamtschülern ganz viele Daumen nach oben. „Man kann hier gut neue Leute kennenlernen“, ist aus der Runde zu hören, und: „Ich finde es gut, dass hier nicht gelernt werden muss.“

Rund 3300 Euro kostet die Ferienmaßnahme für die Orkener Gruppe mit zwei Betreuern. 2650 Euro davon trägt das Land, den Rest die Stadt. Die Gesamtschule in Orken ist bislang die einzige Grevenbroicher Schule, die an dem NRW-Programm teilnimmt. „An zwei Grundschulen gibt es Interesse. Aber es steht noch nicht fest, ob dort noch in den Sommerferien ein Programm organisiert werden kann“, erläutert Schulleiter Thomas Staff. Die Stadt hofft aber auf eine Fortsetzung. „Die Idee des Programms ist gut“, betont Staff. Wegen der kurzen Anlaufphase „werden die 75 Millionen Euro wahrscheinlich nicht komplett in den Sommerferien abgerufen werden“, sagt Schul- und Jugenddezernent Michael Heesch. „Wir wünschen uns, dass mit dem übrigen Geld auch Ferienaktionen in den Herbstferien gefördert werden.“ Die Schulen hätten dann ausreichend Zeit, sich vorzubereiten.

An der übrigen Ferienbetreuung in Schulen – im Rahmen der Offenen Ganztagsgrundschule – nehmen in diesem Jahr übrigens deutlich weniger Jungen und Mädchen teil als in früheren Ferien. „Wir führen das auf die Pandemie zurück“, sagt Thomas Staff. „Vor Corona kamen rund 500 Kinder, in diesen Sommerferien sind es etwa 300.“ Im Rathaus wird vermutet, dass ein Teil der Eltern aus Sorge vor Ansteckung ihr Kind nicht für die Ferienbetreuung der OGS angemeldet hat.