Grevenbroich: Stadt setzt bei Kinderbetreuung auf Tagesmütter

Kinderbetreuung in Grevenbroich : Stadt hofft bei Kinderbetreuung auf Tagesmütter

Engpässe in den Kita-Betreuungszeiten sorgen für Unmut bei den Eltern. Zwar ist die Situation bei den städtischen Einrichtungen zurzeit entspannt. Eltern aber wünschen sich dauerhaft gute Lösungen – mit ausreichendem Kita-Personal.

Nichts unversucht lässt Erster Beigeordneter Michael Heesch, die Gesamtsituation um die heftig debattierten Themen Kita-Plätze und Kita-Personal zu entschärfen. Nach einer aus Elternsicht ergebnislosen Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses (JHA), sprachen der Erste Beigeordnete, Personaldezernent Claus Ropertz und JHA-Vorsitzende Heike Troles jetzt bei Staatssekretär Andreas Bothe in Düsseldorf vor.

Im Mittelpunkt des Gesprächs, an dem auch Christian Philippy vom Jugendamtselternbeirat (JAEB) teilnahm, stand die Frage: Wie lässt sich ohne Qualitätsverlust mehr Kita-Personal gewinnen? „Ungeschönt“, wie das JAEB-Mitglied sagte, habe Heesch die Ist-Situation in Grevenbroich geschildert und um Hilfe gebeten. Ein Lösungsansatz könnte darin liegen, dass Kita-Gruppen weiter von Erziehern als Fachkräfte geleitet, ihnen aber zur Seite sogenannte Ergänzungskräfte gestellt würden. Solche Ergänzungskräfte könnten beispielsweise Tagesmütter sein. „Das aber kann die Stadt nicht alleine entscheiden, dieser Entschluss muss an oberer Stelle getroffen werden“, führt Rathaussprecher Stephan Renner aus. Eine generelle Prüfung sei nun initiiert. Zur Frage, unter welchen Rahmenbedingungen das Tagespflegepersonal eingesetzt werden könnte, müssten „noch viele Variablen geklärt“ werden, erklärt Renner. „Neue Kräfte zu gewinnen, ist permanentes Ziel, „das Land könnte die Bedingungen dafür erleichtern“.

Eine Maßnahme zur Fachkräftegewinnung sei der duale Ausbildungsweg namens „Pia“ – Verwaltung und Berufsbildungszentrum (BBZ) haben hierzu gerade einen Vertrag über eine zweite „Pia“-Klasse am BBZ unterzeichnet. Langfristig betrachtet sollte auch die normale Ausbildung nicht zu kurz kommen“, erinnert Christian Philippy an den traditionellen Weg.

Denn „mittel- und langfristig scheint die Planung der Stadt ganz gut auszusehen“, was löblich sei, sich aber mit der Erschließung neuer Baugebiete, in die Familien zögen, schnell ändern könne. „Man darf nichts schön reden, wir laufen einer Entwicklung hinterher. Es ist für die Zukunft wichtig, dass mehr Hilfe auf Landesebene ermöglicht wird“, sagt Christian Philippy.

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