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Grevenbroich: Stadt lehnt Feuerwerks-Verbot zu Silvester ab

Grevenbroicher Rat entscheidet : Stadt lehnt ein Feuerwerks-Verbot zu Silvester ab

Der Stadtrat beschäftigt sich am Donnerstag mit der Forderung, das Silvester-Feuerwehr zu verbieten. In der von Bürgermeister Klaus Krützen unterzeichneten Beschlussempfehlung lehnt die Stadt ein Böller-Verbot strikt ab.

Die Deutsche Umwelthilfe macht seit Monaten bundesweit auf die Feinstaubbelastung durch Feuerwerk aufmerksam. Plakative Kernforderung ist das Verbot von Feuerwerk an Silvester, das sie in 98 Städten erreichen will. Auch in Grevenbroich. Damit wird sich der Rat am kommenden Donnerstag beschäftigen.

Aber voraussichtlich nicht lange. Denn in der von Bürgermeister Klaus Krützen unterzeichneten Beschlussempfehlung lehnt die Stadt ein Böller-Verbot strikt ab – und dem dürfte der Rat wohl folgen.

Politik und Verwaltung seien sich ihrer Verantwortung der Umwelt gegenüber wohl bewusst, so Krützen. Statt eines Feuerwerk-Verbots, das nur marginale Auswirkungen auf die Feinstaubbelastung habe, setze die Stadt lieber auf Konzepte moderner Nahmobilität und die damit verbundenen Synergien für die Umwelt. Daher werde Grevenbroich dem Aufruf der Deutschen Umwelthilfe nicht folgen.

Die Stadt sieht sich mit dieser Haltung im Einklang mit der Bezirksregierung Düsseldorf. Denn aus deren Sicht biete die von Silvesterfeuerwerken ausgelöste Feinstaubbelastung keinen Anlass für ein immissionsschutzrechtliches Eingreifen. Da die Böllerei um Mitternacht sowohl zeitlich als auch räumlich begrenzt sei, habe sie „keinen relevanten Einfluss auf den Feinstaub-Jahresmittelwert“. Auch der Städte- und Gemeindebund hat sich zwischenzeitlich kritisch zum Vorstoß der Deutschen Umwelthilfe geäußert und sich gegen ein Verbot des Silvesterfeuerwerks ausgesprochen.

„Das Böllern an Silvester ist ein flächendeckend in Deutschland verbreiteter Brauch. Auch in unserer Stadt Grevenbroich nehmen viele Bürger daran teil“, sagt Krützen. Und so soll es bleiben. In Grevenbroich beginnt die Knallerei schon kurz vor dem 31. Dezember, nämlich dann, wenn der Pyrotechniker Sascha Krumbach an der Nordstraße ein Mega-Feuerwerk entfacht und anschließend die Neuheiten des Jahres in die Luft schießt. Das Spektakel lockt Kunden aus einem Umkreis von 100 Kilometern an.

(wilp)