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Grevenbroich: Stadt Essen interessiert sich für den TuS-Rasen

Ortstermin im Schlossstadion : Stadt Essen interessiert sich für den TuS-Rasen

Eine Delegation aus der Ruhrgebiets-Metropole informiert sich im Schlossstadion über den noch neuartigen Hybridrasen.

Die Damen-Mannschaft der SG Schönebeck ist so etwas wie das sportliche Aushängeschild der Stadt Essen. Schließlich rangiert das Frauenfußball-Team derzeit auf Platz drei der Bundesliga. Damit das mit dem Erfolg weiterhin so klappt wie bisher, sollen die Spielerinnen künftig bessere Trainingsmöglichkeiten erhalten. Etwa in Form eines Hybridrasenplatzes.

Dass sich Sportpolitiker und Verwaltungsvertreter aus der Ruhrgebiets-Metropole am Montagvormittag an der Erft einfanden, hatte einen besonderen Grund: Im Schlossstadion wurde 2016 einer der wenigen Hybridrasenplätze in NRW seiner Bestimmung übergeben. „Wir wollen wissen, welche Erfahrungen hier mit einer solch neuartigen Anlage gemacht wurden“, sagte Michael Kurtz, Leiter der Sport- und Bäderbetriebe, der die Delegation anführte. Essen hat zwar gut 50 Kunst- und sechs Naturrasenplätze, aber noch keine Mischung aus beiden.

Die Stadt Grevenbroich hatte sich im Jahr 2015 für den Bau eines rund 308.000 Euro teuren Hybridrasenplatzes entschieden, weil er wirtschaftlicher als ein Kunstrasen war. Der Vorteil des hauptsächlich natürlichen Grüns, das nur zu zehn Prozent aus Kunstfasern besteht: „Der Platz ist belastbarer als ein normaler Rasen“, schilderte Sportamtsleiter Thomas Staff. „Sollte es auf dem Spielfeld mal hoch hergehen, bleiben kaum Spuren übrig – etwa nachdem heftig gegrätscht wurde.“ Gleichwohl bedürfe es eines gewissen Pflegeaufwandes, um den Platz in Schuss zu halten. „Wir stecken schon sehr viel Liebe in den Rasen, vielleicht sogar ein bisschen mehr als auf anderen Plätzen“, betonte Staff. Der Hybrid müsse etwa häufiger gedüngt und regelmäßig vertikutiert werden.

Ein Vorteil aus Sicht des TuS: „Vorher war der Rasen ein Acker – mit Dellen und Kaninchenlöchern“, berichtete Jürgen Ferch vom Vereinsvorstand. Nachdem der Hybridrasen verlegt wurde, gebe es keine Probleme mehr mit den lästigen Nagern. Allerdings hätten die Fußballer die Erwartungshaltung gehabt, dass das Spielfeld ganzjährig – außer bei Schnee und Eis – genutzt werden könnte. „Das wurde uns damals so vermittelt“, sagte Ferch. Die Realität sehe jedoch anders aus: Von November bis Februar konnte der TuS den Hybridrasen nicht nutzen, zudem muss er im Sommer für eine sechswöchige Regenerations-Phase gesperrt werden.

Da sei der Hybrid- nicht anders als andere Naturrasenplätze, sagte Thomas Staff. Zwar hatte die Stadt ursprünglich vor, das Schlossstadion mit einem Kunstrasenplatz auszurüsten, doch: Dafür hätte die rund um das Spielfeld verlaufende Asche- in eine Tartanlaufbahn umgewandelt werden müssen, da sich Asche nicht mit Kunstrasen verträgt. „Wir haben uns aus wirtschaftlichen Gründen für einen Hybridrasen entschieden“, machte der Sportamtsleiter deutlich.

Nach einer Besichtigung des Spielfeldes machte sich die Essener Delegation wieder auf den Heimweg – nicht mit dem schlechtesten Eindruck, wie Michael Kurtz betonte. „Ich finde die Grevenbroicher Lösung ganz gut“, sagte der Leiter der Sport- und Bäderbetriebe. Entscheiden über diese Investition für das Jahr 2020 müssen letztendlich der Sportausschuss und der Rat der Stadt Essen.