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Grevenbroich: Stadt dankt mit Grill-Event Flüchtlingen und Ehrenamtlern

Ukraine-Hilfe in Grevenbroich : Einen Tag nicht an Krieg denken

Die Stadt lud zu einem Grill-Nachmittag für Ehrenamtler und Flüchtlinge ein. Sie wollte somit den Helfern danken und den Flüchtlingen eine kleine Freude machen. Zwar sind immer noch Flüchtlinge in der Turnhalle des BBZ untergebracht, aber auch sie sollen privat unterkommen oder in dauerhafte Unterkünfte wechseln.

Am Grevenbroicher Berufsbildungszentrum (BBZ), in dessen Dreifach-Sporthalle derzeit rund 50 Flüchtlinge unter anderem aus Afghanistan und der Ukraine untergebracht sind, lud die Stadt am Montag zu einem Grill-Event. Nicht nur, um den dort Untergebrachten eine kleine kulinarische Freude zu bereiten, sondern auch, um den zahlreichen Helfern von Stadt und Vereinen zu danken.

„Wir wollten einen unbeschwerten Tag mit den Flüchtlingen verbringen und mal einen Tag lang nicht an Krieg denken“, sagte Daniela Möller, Personalrätin der Stadt, die den Nachmittag gemeinsam mit der Asylbeauftragten Rebecca Ende organisiert hatte und der die Freude über das lockere Beisammensein bei schönstem Frühsommerwetter ins Gesicht geschrieben stand. Bürgermeister Klaus Krützen lobte das ehrenamtliche Engagement vieler Helfer, auch unter Grevenbroicher Bürgern: „Die Hilfsbereitschaft der Bürger, privat Wohnungen zu finden, ist exorbitant hoch.“ Man freue sich über die pragmatische Herangehensweise bei den Helfern. „Wir wollten einfach mal Danke sagen“, sagte Krützen. Möller betonte, wie man seit der Ankunft der ersten Ukrainer mit „wenig Manpower“ bei den städtischen Angestellten oft mehr als die üblichen 40 Stunden gearbeitet habe.

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Zwei Drittel der mehr als 400 ukrainischen Flüchtlinge in der Stadt seien bereits privat untergekommen. Krützen will auch dauerhafte städtische Unterkünfte schaffen. „Uns ist es wichtig, dass die Verwaltung hinter den Ehrenamtlern steht“, sagte er. Auch das Deutsche Rote Kreuz beteiligt sich an der Flüchtlingshilfe und dem Grill-Nachmittag, ebenso wie die Vereine „Helfer mit der Herz Grevenbroich“ und „Rock-Sommernacht hilft“, die bei der Ukraine-Hilfe zusammenarbeiten.

Der gebürtige Iraner Pedram Panbehchi war einer der 70 Eingeladenen beim Grillnachmittag und ist derzeit am BBZ untergebracht. Er lebte 16 Jahren in der Ukraine und floh im März aus Kiew. Seit Anfang Mai ist er in Grevenbroich. „Ich fühle mich schlecht, hier habe ich nichts – und meine Rücklagen sind aufgebraucht“, sagte er. Das Grillen war ein Highlight, in der Stadt gefällt es ihm. Doch die Unsicherheit bleibt: „Wann endet der Krieg? Müssen wir dann sofort zurück oder nicht?“