Grevenbroich: SPD zum Sportplatz-Streit: CDU muss endlich Farbe bekennen

Anlage in Grevenbroich : SPD zum Sportplatz-Streit - CDU muss endlich Farbe bekennen

Die SPD appelliert an die CDU-Fraktion, sich der Verantwortung für die südlichen Stadtteile zu stellen und die geplante Erneuerung des Sportplatzes in Neurath mitzutragen. Die Union müsse „endlich Farbe bekennen“, fordern Fraktionsvize Holger Holzgräber und Geschäftsführer Daniel Rinkert in einer Pressemitteilung.

Eine Entscheidung über die Sportplatz-Sanierung sollte der Rat in seiner jüngsten Sitzung fällen. Auf Antrag von vier Fraktionen, darunter die CDU, wurde das Thema von der Tagesordnung genommen. Der Rat wird sich in einer Sondersitzung am 12. Juni damit beschäftigen.

Was die beiden SPD-Ratsvertreter ärgert: Wenn CDU-Chef Wolfgang Kaiser erkläre, dass die Union für eine Sportplatzsanierung in Neurath sei, müsse er auch für das Projekt stimmen, das zu 45 Prozent vom Bund finanziert werde. Wenn die Union eine neue Anlage wolle, aber deutlich weniger ausgeben möchte, sollte sie auch konkret benennen, was sie an dem Projekt für verzichtbar halte, fordern Holger Holzgräber und Daniel Rinkert.

Das Vorhaben decke nach SPD-Meinung die in Neurath vorhandenen und durch die Aufgabe der Plätze in Frimmersdorf entstehenden Bedarfe ab. „Diese umfassen nicht nur die Sportvereine, sondern auch andere Gruppen, die Grundschule und die Kirchengemeinde, die Ferienfreizeiten auf der Anlage veranstaltet. Zu glauben, man könnte diese Bedarfe für deutlich weniger als einen städtischen Eigenanteil von 1,8 Millionen Euro abdecken, geht völlig an der Realität vorbei“, sagen die SPD-Ratsherrn.

Und: Anders als die CDU behaupte, sei in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur das Notwendigste in die heimischen Sportstätten investiert worden. Holzgräber und Rinkert nennen beispielhaft die hohen Investitionen in Kunstrasenplätze im Stadtgebiet, die alleine in den vergangenen fünf Jahren getätigt wurden.

Die Union beklage zurecht, dass nicht alle Sportanlagen in einem tadellosen Zustand seien. Handlungsbedarf gebe es etwa an den Sportlerheimen in Kapellen und Neukirchen. „Bürgermeister Klaus Krützen hat aber schon lange signalisiert, dass es keine Konkurrenz zwischen diesen Maßnahmen und dem Projekt in Neurath geben wird“, so die SPD-Ratsherren. Für die Sanierungen seien Rückstellungen im Haushalt gebildet worden.

„Wir sehen darin einen Versuch, einen Konflikt herbeizureden, zu spalten und die Vereine gegeneinander auszuspielen, um daraus billiges politisches Kapital zu schlagen“, kritisieren Holzgräber und Rinkert das Verhalten der CDU. „Das sind die zurecht vom Bürgermeister angesprochenen ,taktischen Spielchen’“.

(wilp)
Mehr von RP ONLINE