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Grevenbroich: SPD wirft der Union einen Zick-Zack-Kurs im Sport vor

Sportstätten in Grevenbroich : SPD wirft der Union einen Zick-Zack-Kurs im Sport vor

Erst wolle die CDU Bezirkssportanlagen schaffen und nun doch einzelne Sportstätten fördern, meinen die Sozialdemokraten. Da fehle die Linie. Zudem sei eine von der Union angeregte Olympia-Trainingsstätte in der Stadt unrealistisch, eine Anlage erfülle die Mindestanforderungen dafür.

Eine Diskussion um die Sportstätten ist entbrannt. Die SPD wirft der CDU-Fraktion „einen Zick-Zack-Kurs für den Sport“ vor. Zuerst habe die Union, so erklärt die SPD, mit der Schaffung von Bezirkssportanlagen „eine Konzentration der Sportstätten und die damit verbundene Fusion von Sportvereinen vorantreiben“ wollen. Nur einen Monat später komme die Kehrtwende um 180 Grad, „auf einmal soll doch in einzelne Sportanlagen investiert werden. Diese sollen sogar als Trainingsstätte für Olympia dienen. Wo ist da die Linie der CDU-Fraktion?“, kritisiert die stellvertretende Fraktionschefin Birgit Gericke.

Zum Hintergrund: Im Sportausschuss hatte sich die CDU für ein Konzept zur Bildung von Bezirkssportanlagen stark gemacht, um die Sportinfrastruktur zu verbessern und langfristig den Etat zu entlasten. Die Fusion von Vereinen sei aber nicht die Absicht. Die CDU zog ihren Antrag zurück, nachdem sie auf eine breite Front der Ablehnung gestoßen war. Bezirkssportanlagen würden „alles in Frage stellen, was wir bislang gesagt haben“, erklärte die SPD. Die FDP verwies auf die erheblichen Investitionen in die Sportanlagen. Damit bleibt es bei der dezentralen Sportstätten-Lösung.

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Kurz darauf machte die CDU einen anderen Vorschlag: Vorsitzende Heike Troles sieht beim Schlossstadion Potenzial, das nicht ausgeschöpft werde. Würden Tribüne und vielleicht auch die Spielfläche auf Vordermann gebracht, würde das den Standort im Strukturwandelprozess stärken. Fraktionschef Wolfgang Kaiser denkt an „große Sportveranstaltungen“, Troles schlug eine Brücke zum Thema Olympia: „Auch wenn es mit 2032 nicht geklappt hat: Grevenbroich liegt in der Nähe zu Bewerberstädten wie Düsseldorf und Mönchengladbach. Es wäre attraktiv für den Kreis, mit dem Schlossstadion auch in Grevenbroich eine Trainingsstätte anzubieten.

„Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Und nicht mit unrealistischen Zielen falsche Hoffnungen erzeugen“, entgegnet Ludwig Jedrowiak, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Die Mindestanforderungen für ein Olympia-Trainingslager könne „keine einzige Anlage in Grevenbroich erfüllen“. Die SPD habe dagegen „einen klaren und realistischen Plan für den Sport“, sagt Ceylan Er (SPD), Vorsitzender des Sport- und Bäderausschusses. Er verweist auf beschlossene SPD-Anträge etwa für das Programm „Sport im Park“, mit dem ein unverbindliches Bewegungsangebot im Freien geschaffen werden soll, und für die Beteiligung am Förderprogramm „NRW kann schwimmen“.