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Grevenbroich: SPD will Tablet-Computer für jeden Schüler

Medienentwicklungsplan soll fortgeschrieben werden : SPD will Tablet-Computer für jeden Schüler

Alle Schüler der weiterführenden Schulen im Stadtgebiet sollen mit einem Tablet-Computer ausgerüstet werden. Das fordert die SPD in einem Antrag für den am Mittwoch tagenden Schulausschuss. Das dafür benötigte Geld soll außerplanmäßig im Haushalt 2020 bereitgestellt werden.

 Die Stadt will die Schulen fit für das digitale Zeitalter machen. Einen wichtigen Baustein bildet die Ausstattung mit Tablets und Laptops. Der Medienentwicklungsplan sieht ein Endgerät für je fünf Schüler vor. „649 iPads und 389 Laptops wurden nach diesem Plan bereits zur Verfügung gestellt“, schildert Schuldezernent Michael Heesch die aktuelle Lage. „419 weitere Leasing-Geräte müssen noch angeschafft werden.“

Die Stadt sei hier zwar gut unterwegs, müsse aber noch mehr Tempo machen, sagt jetzt Daniel Rinkert (SPD), Vorsitzender des Schulausschusses. Gerade die Corona-Krise habe deutlich vor Augen geführt, wie wichtig eine vernünftige Ausstattung mit digitalen Endgeräten sei. Die Forderung der SPD: Der Medienentwicklungsplan soll mit dem Ziel fortgeschrieben werden, dass jedem Schüler einer weiterführenden Schule in Grevenbroich ein Tablet zur Verfügung gestellt wird. „Wir wollen eine Eins-zu-Eins-Ausstattung“, macht Rinkert deutlich.

Ob Kauf oder Leasing – in jedem Fall werde es kostspielig, jeden Schüler mit einem iPad auszurüsten, meint der Ausschussvorsitzende. SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand hat die Stadtverwaltung vor diesem Hintergrund zu einer Prüfung aufgefordert: Sie soll untersuchen, ob für das Bereitstellen der Geräte auch Beiträge erhoben werden können, die sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern orientiert. „Das wäre ein sicherlich spannendes Modell, über das nachgedacht werden sollte“, sagt Daniel Rinkert.

In der Tat würde der Paradigmenwechsel der SPD zu hohen Kosten führen, meint Michael Heesch: „Ein Tablet-Computer kostet um die 350 Euro – bei rund 4000 Schülern würde eine Eins-zu-Eins-Ausstattung mit Kosten von 1,4 Millionen Euro verbunden sein“, sagt der Schuldezernent. „Das ist eine hohe Summe – und ich weiß nicht, ob wir die im laufenden Haushaltsjahr stemmen können. Das ist eine Frage für Kämmerin Monika Stirken-Hohmann.“

Heesch wird dem Schulausschuss am Mittwoch einen Überblick über die Digitalisierung der Grevenbroicher Schulen geben. „Da sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagt der Erste Beigeordnete. Mit zugesagten Fördermitteln in einer Größenordnung von 1,2 Millionen Euro werde sichergestellt, „dass alle städtischen Schulen bis Ende des nächsten Jahres über die zwingend notwendige IT-Grundstruktur verfügen“.

Der Ausschuss tagt ab 18 Uhr im Bernardussaal am Alten Rathaus.