Grevenbroich: SPD will größere Elternbefragung

Kita- und Schulbedarf in Grevenbroich : SPD will größere Elternbefragung

Weil die Stadt ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot in den Kitas vorhalten will, hat sie jetzt die Eltern um direkte Mithilfe gebeten. Das Jugendamt hat einen Fragebogen entwickelt, mit dessen Hilfe der Bedarf in Grevenbroich ermittelt werden soll.

„Endlich“, sagt SPD-Fraktionsgeschäftsführer Daniel Rinkert. Nach Meinung der Sozialdemokraten ist diese Aktion „längst überfällig“, zudem müsse sie noch weiter ausgebaut werden. Und zwar dahingehend, dass alle Eltern mit Kindern von der Geburt an bis zum dritten Schuljahr befragt werden sollen.

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass mit dem Schuljahresbeginn 2018/19 erstmals eine integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung für die Stadt Grevenbroich erarbeitet wurde“, sagt Rinkert. Die SPD sei aber der Auffassung, dass hierfür nicht allein demografische Grundlagen und solche der Einwohnerstatistik hinzugezogen werden sollten. „Es müssen auch die erkennbaren Bedarfe der Mütter und Väter mitberücksichtigt werden“, sagt Rinkert. Nur so könne auf die besonderen Bedarfslagen in der Stadt Grevenbroich und deren Ortsteilen reagiert werden. Die SPD hatte bereits im Dezember drei unterschiedliche Befragungen vorgeschlagen:
Bis zu zwölf Monate alte Kinder Die Eltern sollen befragt werden, welchen Kindergarten sie wann beanspruchen wollen und wie viele Stunden insgesamt an Betreuungszeit benötigt werden. Darüber hinaus sollen auch besondere Wünsche zu den Betreuungszeiten ermittelt werden.
Kinder ein Jahr vor Eintritt der Schulpflicht Welche Grundschule ist die Wunsschule der Mütter und Väter? Und: Ist ein Bedarf für einen Platz in der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) schon erkennbar?
Kinder im dritten Schuljahr Hier soll gefragt werden, welche weiterführende Schule sich die Eltern für ihr Kind vorstellen können. Die Frage müsse laut SPD so formuliert werden, dass sie sowohl auf das aktuelle Angebot als auch auf zurzeit im Stadtgebiet nicht vorhandene Schulformen abgestellt ist.

„Nur mit einer umfassenden Erkenntnis über die Bedarf in Tagesstätten und Schulen können Politik und Verwaltung entsprechend reagieren“, sagt Daniel Rinkert. „Mit diesen Datengrundlagen haben wir ein Instrument und können Kapazitäten in Kitas, OGS und Schulen bedarfsgerecht im ganzen Stadtgebiet ausbauen.“

Der jetzt vom Jugendamt entwickelte Fragebogen wird nicht verschickt oder auf Anforderung verteilt, sondern Eltern vom Baby-Begrüßungsdienst überreicht. Laut Stadt nutzen weit mehr als 90 Prozent der jungen Mütter und Väter aus Grevenbroich diesen Service des Caritasverbandes.

(wilp)
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