Nach Attacken Geldautomat bei Edeka in Grevenbroich wird geschlossen

Grevenbroich · Die Sparkasse Neuss schließt ihren Geldautomaten im Edeka-Markt in Neukirchen. Dies geschehe aus Sicherheitsgründen, sagte Sprecher Stephan Meiser am Dienstag.

(NGZ) Die Sparkasse Neuss schließt ihren Geldautomaten im Edeka-Markt in Neukirchen. Dies geschehe aus Sicherheitsgründen, sagte Sprecher Stephan Meiser am Dienstag. In den vergangenen Wochen habe es an dem Gerät zwei Spreng- beziehungsweise Aufbruchversuche gegeben, die glücklicherweise gescheitert seien. „Die Tätergruppen haben es derzeit wohl verstärkt auf Geräte in Supermärkten abgesehen“, sagt Meiser.

Seit Jahresbeginn ist NRW-weit die Zahl der Sprengattacken in die Höhe geschossen. Nach einer Statistik des Landeskriminalamtes (LKA) hat sie sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht. Der Rhein-Kreis Neuss wird sogar als „regionaler Schwerpunkt“ bezeichnet.

Nach Empfehlungen des LKA habe die Sparkasse die Standorte ihrer Geldautomaten geprüft, sagt Meiser. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen bleibe die Gefahr eines erneuten Angriffs sehr hoch. „Dieses Risiko für Sach- und Personenschäden können und wollen wir nicht mehr eingehen“, betont der Sprecher. Aus diesem Grund werde der Automat geschlossen. Um in ihrer Nähe an Bargeld zu gelangen, müssten die Neukirchener künftig zu den Automaten in Wevelinghoven, Kapellen oder Rosellerheide fahren. Stephan Meiser weist aber auch darauf hin, dass an den Kassen des Neukirchener Edeka-Marktes die Möglichkeit besteht, bis zu 200 Euro „abzuheben“.

Zur Hochphase der Sprengungen im ersten Quartal hatten Täter ohne Rücksicht auf Verluste Festsprengstoff verwendet, um die Geldkassetten zu knacken – die Zerstörungen waren gewaltig. Unter anderem gab es Anschläge auf Automaten in Gustorf, Gierath und Jüchen

Die Volksbank Erft hatte daraus bereits im Frühjahr die Konsequenzen gezogen und acht ihrer Geldautomaten vorübergehend stillgelegt – insbesondere zum Schutz von Anwohnern. Komplett stillgelegt wurde das Gerät am Elfgener Dorfplatz. Der Automat war außen frei zugänglich in der Ecke eines Wohn- und Geschäftshauses installiert – gleich unter dem Schlafzimmer eines Bewohners. Anlieger, zu dem auch ein Versicherungsbüro gehört, hatten sich aus Angst vor Anschlägen zuvor besorgt gezeigt.

(NGZ)