Grevenbroich: Sparkasse schafft Krawatten-Pflicht ab

Grevenbroicher Sparkasse schafft Krawatten-Pflicht ab: Mit oder ohne Schlips?

Die Sparkasse hat die Schlips-Pflicht abgeschafft. Bei den anderen Banken ist die Krawatte nach wie vor ein Muss.

Der Knoten ist geplatzt: Für Bankkaufmänner der Sparkasse ist der Schlips nicht mehr Pflicht. "Ein zu formeller Kleidungsstil kann als abgrenzend und antiquiert empfunden werden", erklärt Raimund Franzen, Unternehmenssprecher der Sparkasse Neuss, zu der die Hauptstelle in Grevenbroich gehört. "Als Sparkasse möchten wir nah am Menschen sein. Mit 'Business Casual' heben wir uns weniger von unseren Kunden ab, sondern bewegen uns mehr auf Augenhöhe", sagt Franzen.

In Grevenbroich steht die Sparkasse mit der Lockerung der Kleiderordnung bisher alleine da. Die Deutsche Bank hat zwar keinen schriftlichen Dresscode, sieht den klassischen Business-Dress aber als "angemessene Kleidung". Die Volksbanken und die Sparda-Bank wollen nicht, dass die Angestellten die Krawatte weglassen. "Zur Wertschätzung gegenüber unseren Kunden gehört für uns auch das klassische Erscheinungsbild eines Bankkaufmanns", sagt Tanja Schynke, Pressesprecherin der Volksbank Erft. Ähnlich wird das bei der ebenfalls in Grevenbroich vertretenen Volksbank Düsseldorf-Neuss gesehen. "Die Krawatte unterstreicht grundsätzlich das seriöse Erscheinungsbild des Berufsbildes Bankkaufmann und wird von unseren Kunden geschätzt, die dieses banktypische Auftreten erwarten", sagt Sprecher Christian Feldbinder.

Marc Röhring, Bankkaufmann bei der Sparkasse, darf jetzt "Business Casual" ohne Schlips und Sakko tragen. Foto: Tinter Anja

Bei der Sparkasse kann man diese Sicht auf die Kunden-Erwartungen nur teilweise nachvollziehen. "Uns ist bewusst, dass nicht jeder Kunde eine legerere Businesskleidung gut findet und es eine Zeit der Umgewöhnung bedarf", sagt Franzen. Die Kunden hätten seit der Änderung bisher allerdings größtenteils positiv reagiert. Zudem wurde der klassische Stil nicht abgeschafft, sondern könne auch weiterhin getragen werden. "Die guten Erfahrungen anderer Sparkassen, die 'Business Casual' bereits vor einiger Zeit eingeführt haben, zeigen aber, dass die überwiegende Zahl der Sparkassenkunden diese Veränderung gut findet", stellt Franzen klar.

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Bei Volksbank Erft und Sparda-Bank will man zumindest nicht ausschließen, die Schlips-Pflicht irgendwann aufzuheben. "Selbstverständlich sind die Regeln nicht in Stein gemeißelt. Wer sich zukunftsfähig aufstellen will, muss die eigenen Ansichten immer wieder hinterfragen", sagt Pressesprecherin Barbara Carvalho. Die Volksbank Düsseldorf-Neuss hingegen sieht keine Veranlassung die Krawatten- Pflicht auf den Prüfstand zu stellen. "Man sollte nicht aufgrund vermeintlich ,hipper Coolness' die Erwartungen seiner Kunden vernachlässigen", sagt Feldbinder.

Ausnahmen von der Schlips-Pflicht machen alle Banken. Schynke: "An warmen Sommertagen darf es auch mal der Auftritt ohne Sakko oder das kurzärmelige Hemd sein".

(kron)