Grevenbroich: Spanischer Kulturverein feiert Sommerfest

Fiesta Espana und spanische Klänge auf Kirmesplatz Elsen : Elternverein plant die nächste Sommersause

Als Integrationshelfer für Gastarbeiter aus Südeuropa gestartet, hat sich der Spanische Elternverein als Kulturverein längst etabliert.

Als Brücke zwischen Stadt und Menschen gestartet, ist der spanische Elternverein noch immer Anlaufadresse für Ratsuchende. Ende der 70er Jahre gegründet, sind Vorsitzender Theo Prinz und Mitstreiter wie Frank Goldberg längst nicht mehr nur Helfer, wenn es darum geht, Probleme zu lösen oder Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Der Elternverein mit seinem Clubhaus an der Rheydter Straße ist Treffpunkt für Lebenslustige.

Am schönsten kommt das mit dem Sommerfest zum Ausdruck. „Das gibt es schon immer“, blickt Theo Prinz auf die vergangenen 15 Jahre zurück. Auf dem Kirmesplatz Elsen steigt die Party, die mit typisch spanischer Musik, Aufführungen der Flamenco-Tänzer und natürlich Tortilla, Empanadas, Paella und Co. in Sachen Essen und Genuss alles anbietet, was für spanische Lebensart steht. „Den Aspekt der Integration leben wir noch immer“, betonen die beiden Vereinsmitglieder – „keine Ressentiments und keine Barrieren“ lautet das Clubmotto. Und hat sich in seiner Gewichtung leicht verschoben, wie Theo Prinz, übrigens mit einer Spanierin verheiratet, erzählt: „Der Verein wurde ursprünglich gegründet, als viele Gastarbeiter aus Spanien hierher kamen“, diese Zuwanderer zu „unterstützen, um sprachlich und sozial Fuß zu fassen“, war oberstes Ziel. Um heimische Gefühle zu vermitteln, aber auch, um Traditionelles den deutschen Nachbarn näher zu bringen, gab es einen bilingualen Sprachunterricht und beispielsweise die Tanzgruppen. Sieben davon gibt es derzeit, schon die Jüngsten machen begeistert mit, wie Frank Goldberg aus eigener Erfahrung weiß: Seine sechsjährige Tochter tanzt Flamenco und ist „mächtig stolz, dabei zu sein“.

Derzeit zählen etwa 180 Familien zum Elternverein. Über Freundschaften und Bekanntschaften öffnet sich der Club für jedermann, beispielsweise wenn es um den Besuch des Vereinslokals zum Abendessen geht. Wie in einem Club haben Nichtmitglieder an der Seite von Mitgliedern „gern Zutritt“, schließlich soll Integration nach wie vor gelebt werden – im Sinne eines nachbarschaftlichen Miteinanders – kultur- und altersübergreiufend. „Wir haben keine Mission, wir verstehen uns wie eine Familie“, führen Prinz und Goldberg aus.

Gehört zum Fest wie Paella: Flamenco-Tänzer. Foto: Theo Prinz

„Letztlich auch Reklame in eigener Sache“ ist dabei das alljährlich stattfindende „Spanische Sommerfest“, das in diesem Jahr Samstag, 8. Juni, ausgetragen wird. In den vergangenen Jahren ein „echter Zuschauermagnet“ sollen auch diesmal wieder „Gemeinsamkeiten herausgestellt werden“ – zu denen ganz profan gesprochen „gerne zu leben“ an erster Stelle steht. Erstmals soll es übrigens zu Tinto de Verano sowie Calimocho eine umfassende Cocktailbar für Erfrischungen wie Cuba Libre und Co. geben.