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Grevenbroich: Seniorenzentren suchen Helfer für Schnelltests

Pflegepersonal stößt an seine Grenzen : Grevenbroicher Seniorenzentren suchen Helfer für Schnelltests

Das Pflegepersonal des Seniorenzentrums stößt wegen der Corona-Schutzvorgaben an seine Grenzen. Die Heimleitung hofft jetzt die Unterstützung qualifizierter Ehrenamtler oder Minijobber.

Wenig Personal, knappe Zeitfenster und ein immenser organisatorischer Aufwand belasten derzeit das Team der „Pro Talis“-Seniorenresidenz Lindencarré in Grevenbroich. Die kürzlich erlassene Allgemeinverfügung des Bundes und der Länder und das von der Einrichtung umzusetzende Testkonzept, um Infektionen mit dem Covid-19-Virus weitgehend auszuschließen, erhöhen den Druck auf die Beteiligten. Die Einrichtung hofft nun, qualifizierte Ehrenamtler oder Mini-Jobber zu finden, die das Pflegepersonal als Helfer bei den Schnelltests entlastet.

„Wir haben wöchentlich rund 400 Schnelltests durchzuführen“, beschreibt der neue Einrichtungsleiter Benjamin Kluth (39) die aktuelle Situation der Residenz an der Hundhausenstraße. „Die sogenannten PoC-Tests nehmen pro Person bis zu 30 Minuten in Anspruch und bringen unsere Pflegekräfte immens unter Druck. Denn: Die Pflege und Versorgung der insgesamt 137 Bewohner müssen ja ebenfalls dauerhaft sichergestellt werden.“

 Benjamin Kluth ist neuer Leiter des Lindencarrés.
Benjamin Kluth ist neuer Leiter des Lindencarrés. Foto: Pro Talis

Neben Bewohnern und Mitarbeitern müssen sich auch Angehörige und Gäste in den beiden Seniorenhäusern diesem PoC-Antigen-Test vor einem Besuch unterziehen. Die Organisation dieser Testverfahren bringe die Pflegeeinrichtungen zunehmend an ihre Grenzen, beklagt Kluth. Zudem dürfen die Abstrich-Tests nur von qualifizierten Personen vorgenommen werden, was die Durchführung erschwere.

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„Wir hoffen sehr, qualifizierte Helfer aus der Region zu finden, die uns bei der Testdurchführung unterstützen“, bittet Benjamin Kluth um Hilfe. „Auch ein stundenweises Engagement durch zusätzliche Tester würde uns sehr entlasten“, meint der Leiter, der zum Ende des vergangenen Monats die Regie im Lindencarré übernommen hat.

PoC-Antigentests dürfen nur von eingewiesenen Personen durchgeführt werden. Als „qualifiziert“ gelten nach Vorgaben der Behörden neben Ärzten beispielsweise auch Medizinstudenten mit bereits bestandenem Physikum, examiniertes Krankenpflegepersonal oder entsprechend ausgebildete Mitarbeiter aus dem Gesundheitsbereich. „Sei es als ehrenamtliche Unterstützer oder als Engagement auf Minijob-Basis – wir hoffen, dass wir viele Bürger der Region mit den entsprechenden Voraussetzungen ansprechen und für diese Aufgabe gewinnen können“, sagt Kluth.

Von Seiten der Behörden gebe es bereits Bestrebungen und Pläne, künftig auch nicht-medizinisches Personal als Tester einzusetzen. Fachfremde Interessenten will die Einrichtung deshalb bereits jetzt schon auf eine Liste setzen, um sie bei einer Lockerung der Qualifikationsvorgaben direkt kontaktieren zu können. Wer helfen will, meldet sich unter Telefon 02181 4755400.

Das selbe Problem beschäftigt aktuell auch die Caritas im Rhein-Kreis Neuss. Sie sucht für ihre Seniorenheime in Grevenbroich, Meerbusch, Kaarst, Rommerskirchen, Dormagen und Neuss-Weckhoven schnellstmöglich Mitarbeiter zur Durchführung von Corona-Antigen-Schnelltests. „Voraussetzung sind grundlegende medizinische oder pflegerische Kenntnisse, ideal ist eine Ausbildung in einem medizinischen oder pflegerischen Beruf“, sagt Sprecher Kaspar Müller-Bringmann. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 02181 23802.

(wilp)