Geschichtsverein Grevenbroich startet Wettbewerb nach den Sommerferien Schüler sammeln Ideen für ein Kunstwerk auf dem Synagogenplatz

Grevenbroich · Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) baut am 15. Juni seine Wanderausstellung „1700 Jahre jüdisches Leben im Rheinland auf dem Synagogenplatz in Grevenbroich auf. Der Geschichtsverein wird dies vor Ort mit einem Workshop begleiten.

 Mit einem Grundriss wird auf dem Synagogenplatz auf den Standort des ehemaligen jüdischen Bethauses erinnert.

Mit einem Grundriss wird auf dem Synagogenplatz auf den Standort des ehemaligen jüdischen Bethauses erinnert.

Foto: Wiljo Piel/wilp

Schüler sollen sich dann mit der Frage beschäftigen, wie Erinnerungs-Kultur an einem öffentlichen Platz betrieben werden kann.

Vorsitzender Ulrich Herlitz erhofft sich von dieser Diskussion auch Vorschläge für ein Kunstwerk, das künftig auf der neu gestalteten Fläche aufgestellt werden soll. Zwar hatte der Geschichtsverein vor, nach dem ersten Halbjahr einen Ideen-Wettbewerb in den weiterführenden Schulen zu starten – doch: „Damit werden wir nun bis zum Beginn des neuen Schuljahrs warten“, sagt Herlitz. Denn erst wenn die Finanzierung des Kunstwerks sicher ist, soll der Wettbewerb gestartet werden. „Noch befinden wir uns in der Spenden- und Fördergelder-Akquise“, sagt Herlitz.

Indes werden in einigen Schulen schon fleißig Ideen geschmiedet. „Es gibt bereits mehrere Anregungen und Vorschläge“, weiß der Vorsitzende. Auch wenn der Wettbewerb nach den Sommerferien starten wird, geht Ulrich Herlitz davon aus, dass die ersten Entwürfe wie geplant am 9. November im Rahmen der Gedenkfeier zur Pogromnacht vorliegen werden.

 Ulrich Herlitz ist Vorsitzender des Geschichtsvereins.

Ulrich Herlitz ist Vorsitzender des Geschichtsvereins.

Foto: Christian Kandzorra

„Wir gehen hierbei einen nicht ganz üblichen Weg. Statt einen Künstler-Wettbewerb zu starten, wollen wir im ersten Schritt die Ideen junger Leute sammeln, weil die einen ganz anderen Zugang zu diesem Thema haben“, sagt der Vereinsvorsitzende. Erst im nächsten Schritt soll ein – noch nicht benannter – Kunstschaffender aus der Region einbezogen werden, der die Vorschläge der Schüler in eine künstlerische Arbeit umsetzt.

„Wichtig ist uns darzustellen, dass die historische Bedeutung des Platzes als Erinnerungs-Ort natürlich durch die Pogromnacht und die völlige Zerstörung jüdischen Lebens bestimmt ist – sonst würde es den Platz gar nicht geben“, meint Ulrich Herlitz. Allerdings wolle der Geschichtsverein – insbesondere mit der LVR-Ausstellung – auch sichtbar machen, „dass dieser Ort über mindestens 150 bis 200 Jahre als Standort der Synagoge den Kern eines lebendigen jüdischen Lebens ausgemacht hat.“ Und: Seit mehr mehr als 70 Jahren ist der Synagogenplatz auch ein Innenstadt-Platz, der vom heutigen Handel und Wandel geprägt ist. „Um genau diese Dimensionen wird es bei dem Workshop zur Gestaltung des skulpturellen Denkmals gehen, sagt Herlitz und meint: „Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse.“

Seit Anfang des Jahres erinnert der neugestaltete Synagogenplatz mit einem stilisierten Grundriss und einem Davidstern an das 1938 von den Nationalsozialisten geschändete und ein Jahr später abgerissene jüdische Bethaus. Der Landschaftsverband Rheinland wird an dieser Stelle am 15. Juni seine Wanderausstellung errichten, die an 1700 Jahre jüdisches Leben im Rheinland erinnert. Fachkundiges Personal des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte wird den Besuchern an diesem Tag für Gespräche zur Verfügung stehen.

(wilp )
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