Grevenbroich: Schon wieder Ärger mit Bussen in Frimmersdorf

Öffentlicher Personennahverkehr in Grevenbroich : Schon wieder Ärger mit Bussen in Frimmersdorf

Nach der „Irrfahrt“ eines Busses am Dienstag in Frimmersdorf wurde es nicht besser: Fahrgäste wurden stehen gelassen. Die Stadt fordert den BVR zur Stellungnahme auf.

Eigentlich sollte der Busverkehr in Frimmersdorf ab Mittwoch wieder ohne Probleme funktionieren. Das hatte der Busverkehr Rheinland (BVR) gegenüber der Stadt fest zugesagt. Doch es kam anders: Ein Linienbus fiel am Morgen im Ort aus, ein anderer war so überfüllt, dass er Fahrgäste an Haltestellen stehen ließ. Das Rathaus zeigte sich „nicht amüsiert“.

Der Fall sorgte am Dienstag für Ärger: Ein Fahrer eines Linienbusses, der auch von Schülern genutzt wird, hatte sich am frühen Morgen wegen der Kanalbaustelle in Frimmersdorf verfahren. Mehrere Kinder hatten daraufhin den Bus verlassen, nachdem Fahrer ausgestiegen war, um sich zu orientieren. Sie waren zu Fuß weitergegangen. Wer auf den für Mittwoch in Aussicht gestellten komplikationslosen Ablauf hoffte, sah sich alle getäuscht.

„Um 7.11 Uhr warteten die Fahrgäste an der Haltestelle Frankenstraße vergeblich auf den Bus der Linie 865. Und die Linie 891, die um 7.14 Uhr in Neurath abfährt, fuhr zwar durch die Frimmersdorfer Baustelle, ließ die Kinder an der Frankenstraße aber stehen, ebenso an der Haltestelle in Neuenhausen“, schildert Ratsherr Daniel Rinkert (SPD), bei dem am Vormittag zahlreiche Beschwerden eingingen.

Schon seit geraumer Zeit beklagen sich Eltern aus dem Süden der Stadt über den Linienverkehr, der von vielen Schülern genutzt wird. „Mittlerweile reicht es, das Maß ist gestrichen voll“, sagt Rinkert. „Das Problem muss endlich gelöst werden – vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt ab diesem Jahr mehr als 100.000 Euro zusätzlich für den Busverkehr zahlen muss. Da darf Zuverlässigkeit erwartet werden.“

 Rinkert will nun einen Vertreter des BVR in eine der nächsten Sitzungen des Schulausschusses einladen, um dort die Probleme zu erörtern. „Wenn das alles nichts hilft, muss über Kürzungen des Leistungsentgelts nachgedacht werden – und über rechtliche Schritte“, sagt das Ratsmitglied. Es dürfe nicht sein, dass Kinder morgens an der Haltestelle stehen bleiben, die Eltern würden sich auf den Linienverkehr verlassen – und nicht jeder habe die Möglichkeit, sein Kind notfalls mit dem Auto zur Schule zu bringen.

Über die erneuten Probleme mit dem Busverkehr in Frimmersdorf sei Bürgermeister Klaus Krützen „sehr verärgert“, teilte Stadtsprecher Stephan Renner gegenüber unserer Redaktion mit. Der Schülerspezialverkehr, den das Schulamt mit zu verantworten habe, laufe ohne Komplikationen, Sorgen bereite indes die Organisation der Linienbusse. „Die muss funktionieren“, sagt Renner. „Dafür wird das Unternehmen schließlich bezahlt.“

Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch den BVR um eine Stellungnahme zu den jüngsten Ausfällen in Frimmersdorf aufgefordert. „Sobald die Rückmeldung vorliegt, werden wir überlegen, ob und – wenn ja – welche Konsequenzen wir daraus ziehen werden“, kündigt Stephan Renner an.