Grevenbroich: RWE stellt Planung für "BoA plus" in Niederaußem ein

Keine Investitionen mehr in neue Kraftwerke : RWE stellt Planung für „Boa plus“ in Niederaußem ein

RWE hat die Planung für das Projekt „BoA plus“ in Niederaußem eingestellt. Das Unternehmen werde nicht mehr in neue Kohlekraftwerke investierten, teilt Vorstandsvorsitzender Rolf Martin Schmitz mit. Der künftige Fokus liege auf der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien.

„BoA plus“ sei eine Option gewesen, um bestehende Kraftwerke durch eine neue Anlage mit höheren Wirkungsgraden zu ersetzen. Seine Realisierung habe  unter dem Vorbehalt der Wirtschaftlichkeit gestanden, die in den vergangenen Jahren nicht gegeben gewesen sei. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und treiben die Energiewende konsequent voran. Neue Kohlekraftwerke haben in unserer Zukunftsstrategie keinen Platz mehr“, so Rolf Martin Schmitz. RWE werde nach Abschluss der Transaktion mit E.ON einer der global führenden Erzeuger im Bereich  Erneuerbare Energien sein.

Angesichts des Anteils von Erneuerbaren Energien am heutigen Strommix in Deutschland von rund 40 Prozent sei RWE überzeugt, dass bestehende Kohlekraftwerke noch als Backup-Kapazität benötigt werden, auch wenn ihr Anteil immer weiter zurückgehen werde. Neue Kraftwerke und Speicher werden notwendig, um die Versorgung für einen Industriestandort wie Deutschland dauerhaft zu gewährleisten, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Hierfür werde RWE in Erneuerbare Energien, Speichertechnologien und CO2-arme Technologien wie etwa Gasanlagen investieren, wenn die Marktbedingungen dies erlauben.

Das Unternehmen weist darauf hin, dass es zu den europäischen und nationalen Klimaschutzzielen stehe. In den vergangenen sechs Jahren habe RWE seine CO2-Emissionen um rund 60 Millionen Tonnen reduziert. Das entspreche einer Minderung von 34 Prozent seit 2012.

2012, kurz nach dem Start des  „BoA“-Kraftwerks in Neurath, hatte RWE Power mit den Planungen für die „BoA plus“ am Standort Niederaußem begonnen. Die geplante Leistung lag bei 1100 Megawatt. Ziel war es, mit dem neuen Kraftwerk ältere Kraftwerksblöcke mit einer Leistung von insgesamt 1200 Megawatt zu ersetzen. Gegen die Pläne hatte es in den vergangenen Jahren heftigen Widerstand von Bürgerinitiativen gegeben.

(NGZ)
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