Grevenbroich: Rotes Ettl-Rad wird im September saniert

Verkehrsverein Grevenbroich stellt Finanzierung sicher : Gartenschau-Rad wird im September saniert

Die Finanzierung steht: Der Verkehrsverein hat genügend Sponsoren ins Boot geholt, um das Wahrzeichen der Landesgartenschau zu restaurieren. Nach dem Grevenbroicher Schützenfest werden die Arbeiten beginnen.

Die Finanzierung steht, das Wahrzeichen der Landesgartenschau 1995 kann wieder auf Vordermann gebracht werden. Der Verkehrsverein (VV) hat sich innerhalb eines Jahres erfolgreich um Sponsoren bemüht, so dass die Renovierung beginnen kann. Dafür gibt es schon einen Termin: Mit einem Bürger-Fest soll das Projekt am Samstag, 7. September, offiziell an den Start gehen. „Endlich“, atmet VV-Vorsitzender Walter Flöck auf.

Das große Braunkohle-Rad des Künstlers Georg Ettl gehörte zu den künstlerischen Höhepunkten der Landesgartenschau in Grevenbroich. Seitdem sind 24 Jahre vergangen – und die sind der markanten Skulptur deutlich anzusehen. Die einst knallrote Farbe ist zu einem rostigen Orange verblasst, an vielen Stellen blättert der Lack ab, hier und da macht sich der Rost breit. „Es wurde allerhöchste Zeit für eine Sanierung“, meint Flöck.

Der Vorsitzende des 99 Mitglieder zählenden Vereins hat sich vor einem Jahr auf Sponsorensuche begeben – und ist fündig geworden. Die Kultur-Stiftung der Sparkasse hat er ebenso ins Boot geholt wie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Bürgermeister Klaus Krützen. Und auch das Land trägt über die Aktion „Heimat-Scheck“ einen Teil der Kosten. Den Löwenanteil aber wird RWE Power übernehmen: „Der Energiekonzern zahlt die komplette, etwa 10.000 Euro teure Reinigung des Rades“, freut sich Flöck.

Im September – nach dem Grevenbroicher Schützenfest – wird die Sanierung in Angriff genommen. Da das Kunstwerk jenseits eines Altarmes der Erft steht, muss eine kleine Brücke errichtet werden, damit die Arbeiter trockenen Fußes ans Werk gehen können. Anschließend wird die Skulptur eingerüstet und bis auf den blanken Stahl gesäubert.

Sobald das Kunstwerk grundiert ist, geht es an den Anstrich. „Natürlich werden wir die selbe Farbe nehmen, wie sie Georg Ettl einst gewählt hat“, sagt Walter Flöck: „Nämlich RAL 3001 – Signalrot.“ Die Genehmigung für den Neuanstrich hat Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack längst bei Renate Ettl eingeholt, der Witwe des 2014 in Viersen verstorbenen Künstlers. Einzige Auflage: Die Sanierung muss von einem Restaurator beaufsichtigt werden; diese Aufgabe wird Norbert Brings aus Allrath übernehmen.

Spielt das Wetter mit, soll das insgesamt rund 18.000 Euro teure Projekt innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen sein. Eine offizielle Übergabe des alten Kunstwerks im neuen Glanz soll aber erst im kommenden Jahr erfolgen, wenn das Jubiläum „25 Jahre Landesgartenschau“ gefeiert wird. „Das ist unser Beitrag zum Jahrestag – aber nicht der einzige“, kündigt Walter Flöck an. Unter anderem plant der Verkehrsverein ein Parkfest, das sich in den von der Stadt koordinierten Veranstaltungsreigen einreihen soll.

Ist das Kunstwerk erst einmal auf Vordermann gebracht worden, hofft Flöck darauf, dass die Uferböschung regelmäßig von den Stadtbetrieben gepflegt und geschnitten wird. „Sonst besteht die Gefahr, dass die Natur wieder schnell um sich greift und das Rad überwuchert“, sagt der Vorsitzende. „Das wäre doch schade um die ganze Arbeit.“

Mehr von RP ONLINE