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Grevenbroich: Rat macht den Weg für die "Erft-Lofts" frei

Bauprojekt im Grevenbroicher Bahnhofsviertel : Stadtrat macht den Weg für die „Erft-Lofts“ frei

Das Projekt „Erft-Lofts“ im Bahnhofsviertel kommt in Fahrt. Der Stadtrat hat jetzt den Weg für einen Bebauungsplan frei gemacht. Ganz einstimmig ging das aber nicht vonstatten. Vor allem die CDU-Fraktion meldete angesichts der beiden geplanten Hochhäuser ihre Bedenken an.

Auf einer etwa 3000 Quadratmeter großen Brachfläche an der Ecke Kaplan-Hahn-/Bahnstraße plant die Gesellschaft Peker Holding den Bau von zwei sechsgeschossigen Neubauten. Sie sollen Platz für mehr als 100 Mietwohnungen und zwei Geschäfte bieten. Läuft alles glatt, will das Unternehmen im nächsten Frühjahr einen Bauantrag stellen und 20 Millionen Euro auf dem Areal zwischen Flutgraben, altem Finanzamt und Volksbank investieren.

Die CDU steht dem Projekt ablehnend gegenüber: „Die Gebäudestruktur ist zu massiv“, kritisierte Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser im Rat. Auch der Innenraum zwischen den beiden am Eingang zur Innenstadt geplanten Häusern sei zu knapp bemessen: Angesichts von 100 Wohneinheiten sei viel zu wenig Platz vorgesehen – etwa für Flächen, auf denen Kinder spielen können. Ein weiterer Kritikpunkt der Union: Die Gebäude würden zu nahe am Flutgraben stehen.

Damit wäre der erforderliche Hochwasserschutz nicht gewährleistet, meinte auch Carl Windler, der dem Projekt aus diesem Grund nicht zustimmen wollte. Was der UWG-Chef zudem kritisierte: Der Architekt habe seine Planungen über die Software Google Earth erstellt und sei nicht vor Ort gewesen. „Ob da Abstände und Ausmaße eingehalten werden können, halte ich für fraglich.“

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Noch sei nichts in Stein gemeißelt, denn: „Wir steigen doch jetzt erst in die Planung und Bürgerbeteiligung ein“, sagte Martina Suermann (Mein Grevenbroich), die für einen einstimmigen Beschluss warb – denn: „Eine qualitative Bebauung ist für das Bahnhofsquartier von existenzieller Bedeutung. Es nicht selbstverständlich, dass ein Investor Geld in die Hand nimmt, um ein Quartier voranzubringen.“

Dem stimmte Daniel Rinkert zu. Die „Erft-Lofts“ würden dazu beitragen, das Viertel über das ISEK-Programm hinaus attraktiver zu gestalten, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Zudem müsse dringend weiterer Wohnraum in Grevenbroich geschaffen werden. Nach einer aktuellen, vom Rhein-Kreis Neuss in Auftrag gegebenen Studie gibt es bis 2040 einen Bedarf von 1979 Wohneinheiten. Die „Erft-Lofts“ könnten dazu beitragen, attraktiven Wohnraum für junge und alte Menschen in City-Nähe zu schaffen.

Der Rat stimmte mit Mehrheit für den Bebauungsplan, CDU und UWG waren dagegen. Auf dem Gelände sind 25 Zwei-Zimmer, 23 Drei-Zimmer- und fünf Penthouse-Wohnungen sowie 44 Studio-Appartements geplant. Die beiden Ladenlokale im Erdgeschoss sollen Flächen von 100 und 140 Quadratmetern erhalten, nach Vorstellungen des Investors könnten dort Cafés realisiert werden.  Die Bewohner sollen künftig ihre Autos in einer Tiefgarage parken können.