Grevenbroich: Protest gegen L 361n geht weiter

Trassenbau zwischen Kapellen und Wevelinghoven weiter umstritten : L 361n-Gegner finden Unterstützer

Die Trasse, die gebaut werden soll ist umstritten. Hans Christian Markert von der Grünen-Kreistagsfraktion ist zu Gast in Kapellen.

Das Schild „Nein zur L 361n“ steht nicht willkürlich in der Kurve der Ortschaft Kapellen. Etwa hier an der Adresse An der Untermühle 76 soll die umstrittene Trasse gebaut werden. „Eine Monströsität, deren Nutzen fraglich ist“, wie Dirk Schimanski vom Aktionsbündnis „Nein zur L 361n“ das Bauvorhaben einschätzt. Um weitere Unterstützer gegen den aus Sicht der Aktionsbündler „Wahnsinn“ zu finden, wurden jetzt Fraktionsmitglieder der Grünen-Kreistagsfraktion um Hans Christian Markert an die potenzielle Baustelle eingeladen.

Im Mittelpunkt der Ortsbegehung stand dabei ein von Mitgliedern des Aktionsbündnis gebautes 3D-Modell im Maßstab 1:1000, das die geplante Erftauenquerung veranschaulicht. Dazu hatten die Bürger einen überdimensionierten Mast platziert, anhand dessen die Ausmaße dieses „gewaltigen Bauwerks“ demonstriert wurden: Sechs der geplanten Brücken sollen beispielsweise eine Durchfahrtshöhe von 4,70 Metern haben, dazu muss außerdem die Sockelhöhe gerechnet werden. Damit die Baustellenfahrzeuge anrollen könnten, müssten Schneisen geschlagen werden, bei der mutmaßlich Bäume abgeholt würden, fügten auch Janine Heinze und Richard Euler hinzu. Auch diese Maßnahme stellte einen massiven Eingriff in die Natur dar.

„Dieses Projekt kann man nur ablehnen“, resümierten die Politiker nicht allein wegen der Überdimensionalität und der Zerstörung eines „wichtigen Naherholungsgebietes“. Auch die hier nistenden Pirol-Pärchen seien ein Grund, die Erftaue zu retten.. Und die Kosten-Nutzen-Analyse gehe nicht auf: Etwa 50 Millionen Euro sind zur Investition veranschlagt, „die Preissteigerung nicht eingerechnet“, Kritiker rechnen mit bis zu 70 Millionen Euro

„Wir sind Seite an Seite. Nehmen Sie uns beim Wort“, erklärte Markert die Unterstützung der Kreistags-Grünen aus naturschutzfachlicher Sicht. Maßnahmen zum Naturschutz und im Kontext des Klimawandels müssen „in die Planung von Bauvorhaben einfließen“. Werden dann die Zahlen der „Grundlagenuntersuchung Mobilität, Agglomerationskonzept“ von Oktober 2018 hinzugezogen, die besagten, dass die Trasse im Ort nicht für Verkehrsentlastung sorgt, „ist schwer nachvollziehbar, was die L 361n für einen Nutzen haben soll“, wie Dirk Schimanski sagt.

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